Datenschutz-Umsetzung in der Praxis

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Wie können Versicherungsverträge wieder dünner werden? Über das Thema Datenschutz tauschte sich Marc Henrichmann (r.) mit Arnd und Simone Streyl in Herbern aus. Foto: Büro Marc Henrichmann

Datenschutz-Umsetzung in der Praxis

MdB Henrichmann informiert sich im Debeka-Servicebüro in Herbern

Herbern. Seit einem halben Jahr gelten in der Europäischen Union einheitliche Standards für die Verarbeitung personenbezogener Daten. „Die Datenschutzgrundverordnung schützt Verbrauche. Und auch Unternehmen profitieren davon, in ganz Europa unter den gleichen rechtlichen Regeln arbeiten zu können“, betont der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann. Die DSGVO umzusetzen, ist wie der CDU-Politiker aus Gesprächen in seinem Wahlkreis weiß, gerade für Vereine, Verbände und auch Mittelständler häufig mit Aufwand verbunden. Welche Erfahrungen eine große Versicherungsgruppe im Alltag gesammelt hat, darüber informierte er sich jetzt im Debeka-Servicebüro in Herbern.

Arnd Streyl hatte den Abgeordneten, der im Innenausschuss für den Datenschutz zuständig ist, angesprochen. Beim Ortstermin in seinem Büro stellte der Versicherungsexperten der Debeka vor, wie die DSGVO den Arbeitsaufwand für ihn erhöht habe. „Die Datenschutzerklärung bei einem Versicherungsvertrag passte früher auf eine halbe Seite, heute brauche ich dafür sechs Seiten“, erklärte er. Auch bei der telefonischen

Entgegennahme von Schadensmeldungen steige die Versicherung jedes Mal mit einer Belehrung über die Datenschutzrechte ein.

Henrichmann betonte, dass in Berlin bereits einiges erreicht sei, um die DSGVO pragmatisch umzusetzen und für Unternehmen, Vereine und Verbände noch besser handhabbar zu machen. „Wir Innenpolitiker haben intensiv mit Wirtschaftspolitikern und dem Justizministerium gesprochen“, berichtete er. Ziel sei, dass niemand eine Abmahnwelle – die bisher ohnehin ausblieben sei – fürchten müsse. Weitere gesetzliche Vereinfachungen seien auf dem Weg.

Bei geringfügigen Verstößen müssten Betroffene nicht gleich mit Bußgeldern rechnen. Die Datenschutzbehörden hätten zugesagt, vor allem beratend tätig zu werden, erklärte Henrichmann. „Wir brauchen darüber hinaus eine unabhängige Service-Beratungsstelle, die Firmen und Vereine unbürokratisch unterstützt“, zeigte er sich überzeugt. Denn für ihn ist klar: Die DSGVO zielt insbesondere auf die Großen wie Google und Facebook und sie ist die richtige Antwort auf den mehrfach skandalösen Umgang mit den Daten der Bürger.