Verbindliche Standards für die Unterbringung

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Marc Henrichmann (l.) und Klaus-Viktor Kleerbaum, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion.

Verbindliche Standards für die Unterbringung

Kreis-CDU sieht „Sögeler Modell“ mit regelmäßigen Kontrollen als Vorbild

Kreis Coesfeld. Der CDU-Kreisverband Coesfeld fordert Westfleisch dazu auf, mit dem Kreis Coesfeld und den Ordnungsämtern der Kommunen verbindliche Standards für eine menschenwürdige Unterbringung von Leih- und Werksarbeitern festzulegen. „Wir müssen jetzt Konsequenzen aus der viel zu hohen Zahl an Corona-Infizierten im Unternehmen ziehen“, unterstreicht Marc Henrichmann. Dazu seien regelmäßige und strenge Kontrollen auch in den Unterkünften durch die Ordnungsämter dringend notwendig, betont der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete. Die CDU-Fraktion will eine solche Verpflichtung seitens des Unternehmens im Kreistag thematisieren, kündigte der Fraktionsvorsitzende Klaus-Viktor Kleerbaum an.

Vorbild dafür ist das „Sögeler Modell“. Die Gemeinde im Emsland hat mit dem Betreiber eines Schlachthofs und Vertretern der Werksarbeiter Richtlinien und einen Verhaltenskodex beschlossen. Unterkünfte der Arbeiter werden regelmäßig durch den Kreis und einen unabhängigen Zertifizierer überprüft. Henrichmann und Kleerbaum setzen sich dafür ein, dass künftig engmaschige Kontrollen stattfinden. „Westfleisch hat ein Konzept vorgelegt, wie es das Infektionsgeschehen in den Griff bekommen will“, betonen sie. Noch seien aber Fragen offen geblieben. Außerdem müssten die angekündigten und weitere Maßnahmen laufend überprüft werden.

Beide CDU-Politiker begrüßen außerdem, dass die am „Sögeler Modell“ beteiligten Unternehmen eine kommunale Anlaufstelle mit finanzieren. Hier können sich die häufig aus Osteuropa stammenden Werksarbeiter in ihrer Muttersprache beraten lassen. „Das ist ein wichtiger Beitrag, um endlich zu fairen Arbeits- und menschenwürdigen Lebensbedingungen zu kommen“, sind sie überzeugt. Teil des Modells ist darüber hinaus ein „runder Tisch“, an dem Behörden und Unternehmen regelmäßig zusammenkommen. „Das kann auch im Kreis Coesfeld helfen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, betonen sie.

Henrichmann unterstreicht, dass aktuell im Bund die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie erneut auf dem Prüfstand stehen. Bei der Unterbringung der Arbeiter seien die Behörden vor Ort aber näher dran, kennen die Gegebenheiten besser und könnten schneller eingreifen. „Deshalb plädieren wir für eine Regelung für den Kreis Coesfeld und seine Städten und Gemeinden“, erklären Henrichmann und Kleerbaum.