„Staatsbürger in Uniform“ leisten schnelle Hilfe

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Blick ins Büro, wo eine Soldatin und ein Soldat Kontakte von Corona-Infizierten nachverfolgen. Hauptfeldwebel Nocke erklärte Marc Henrichmann (r.) und Dr. Christian Schulze Pellengahr das Procedere. Foto: Büro Marc Henrichmann

Staatsbürger in Uniform“ leisten schnelle Hilfe

Abgeordneter und Landrat danken Soldaten im Gesundheitsamt

Kreis Coesfeld. Seit November unterstützen 20 Soldatinnen und Soldaten das Gesundheitsamt dabei, Corona-Infizierte zu benachrichtigen und Kontakte nachzuverfolgen. „Sie leisten eine wichtige und tolle Arbeit“, dankte jetzt der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann den „Staatsbürgern in Uniform“. „Wir helfen gerne“, betonte Hauptfeldwebel Nocke, „und wir sind von unseren zivilen Kolleginnen und Kollegen sehr positiv aufgenommen worden“. Was manchen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes verblüffte: Die ungeahnten Dolmetscher-Qualitäten der Bundeswehr-Angehörigen helfen im Alltag oft entscheidend weiter.

Als „harmonisch“ empfindet Nocke das Miteinander, berichtete er dem CDU-Politiker. „Die Zivilisten hatten bald schon unsere Dienstgrade drauf“, schmunzelte der Hauptfeldwebel. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Celine Klostermann, stellvertretende Abteilungsleiterin des Gesundheitsamtes, bestätigten: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr froh über die Unterstützung“.

Als es Ende Oktober wegen der steigenden Fallzahlen eng wurde, half die Bundeswehr rasch aus. „Einen Tag nach der Anfrage des Krisenstabes wurden schnelle Unterstützungskräfte zugesagt“, berichtete Fregattenkapitän Dümmer, der das Kreisverbindungskommando leitet. Am 4. November traten dann die ersten 20 Angehörigen des Aufklärungsbataillons 7 aus Ahlen ihren Dienst im Kreishaus an. Bis wenigstens 10. Januar beziehen sie dort sechs Büros. Was den Einsatz erleichtert: Das Bundesgesundheitsministerium lieferte digitale Unterstützung in Form von Sormas. Diese Software beschleunigt die Nachverfolgung der Kontakte Infizierter. „Die Unmengen der Daten hatten die Excel-Listen gesprengt“, freute sich Hauptfeldwebel Nocke über das dringend notwendige Update.

Herauszufinden, mit wem ein Infizierter Kontakt hatte, trägt entscheidend dazu bei, das Corona-Virus einzudämmen. Nicht jeder Angerufene spricht aber deutsch. Genau deshalb ist eine besondere Stärke der Bundeswehr gefragt: „Wir haben viele Kameraden mit Migrationshintergrund“, berichtete Nocke. Diese Vielfalt hilft immer wieder, Sprachbarrieren zu überwinden. Henrichmann zeigte sich beeindruckt: „Umso unverständlicher ist, dass die Unterstützung durch die Bundeswehr nicht überall Anerkennung findet.“