Sondierungsergebnisse nun mit Leben füllen

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Sondierungsergebnisse nun mit Leben füllen

Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands / Gastredner Prof. Töpfer

 

Havixbeck. Als am Samstag der CDU-Kreisverband Coesfeld zum Neujahrsempfang einlud,
stand die Zustimmung der Sozialdemokraten zur Aufnahme von Koalitionsgesprächen noch
aus. Der CDU-Kreisvorsitzende Marc Henrichmann, der erstmals als
Bundestagsabgeordneter beim Empfang im Stift Tilbeck in Havixbeck sprach, setzte aber
schon einmal darauf, dass die sehr guten Sondierungsergebnisse „nun in
Koalitionsverhandlungen mit Leben gefüllt“ würden. Und er fügte an die Adresse der SPD
gleich hinzu, dass dies ausdrücklich nicht „Nachverhandeln“ heiße.

 

Mit Spannung erwarteten die mehr als 300 Gäste den Beitrag von Prof. Klaus Töpfer,
ehemals Bundesminister und Direktor des UN-Umweltprogramms in Nairobi. Darüber hinaus
begrüßte Henrichmann weitere prominente Gäste aus Politik und Wirtschaft. Dazu zählten
der Parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr,
der Landtagsabgeordnete Dietmar Panske sowie Karl Schiewerling und Werner Jostmeier als
ehemalige Bundestags- und Landtagsmitglieder.

 

Die aktuelle Bundespolitik stand zunächst im Vordergrund. Im Sondierungspapier sah
Henrichmann eine solide Basis, „um das Vertrauen der Wähler in eine starke Demokratie
zurückzugewinnen“. Alle Zukunftsfelder wie Rente, Pflege oder Digitalisierung seien darin
aufgenommen worden. Spahn, der als Vorsitzender des CDU-Nachbarkreisverbandes Borken
ein Grußwort hielt, sah das Münsterland „als Vorzeigeregion“ und Deutschland als „das
Vorzeigeland in Europa“. Nun müssten die richtigen Themen angepackt werden, „damit es
uns in fünf oder zehn Jahren immer noch gut geht“. Dazu zählte er unter anderem den
Fachkräftemangel, die innere Sicherheit und Migration.

 

Henrichmann lenkte den Blick nach Europa und darüber hinaus. „Wir haben die Verpflichtung,
unsere Grenzen zu schützen“, erklärte der Havixbecker. „Aber mehr denn je müssen wir
jenseits der Grenzen Perspektiven schaffen und Hoffnung geben“, unterstrich er. Damit war
der Bogen gespannt zu Prof. Klaus Töpfer. „Wir können nicht über eine Begrenzung der
Flüchtlingszahlen sprechen, wenn wir nicht die Fluchtursachen bekämpfen“, mahnte der
gebürtige Schlesier, der betonte, selbst ein Flüchtling gewesen zu sein.
Prof. Töpfer, der 2009 in Potsdam mit dem IASS ein Spitzenforschungsinstitut für
Klimawandel und Nachhaltigkeit gründete, zog eine imaginäre Linie von Norwegen bis südlich


der Sahara. Je weiter man der Linie von Nord nach Süd folge, desto geringer werde das
Bruttosozialprodukt, aber auch desto jünger die Bevölkerung. Diese jungen Leute seien „voll
informiert“ über das Leben im reichen Norden – mit dem entsprechenden Wunsch, dort zu
leben. „Wir brauchen die Freiheit vor existenzieller Not, die Freiheit vor Angst und die Freiheit,
in menschlicher Würde zu leben“, folgerte er und warnte: Sei eine Voraussetzung nicht erfüllt,
„werden wir keine friedliche Welt haben“.

 

 

Fotos:

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Mehr als 300 Gäste waren zum Neujahrsempfang der Kreis-CDU ins Stift Tilbeck gekommen,
auch um den ehemaligen Bundesminister und Direktor des UN-Umweltprogramms Prof.
Klaus Töpfer zu hören. Fotos: Büro Marc Henrichmann

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Erstmals sprach der CDU-Kreisvorsitzende Marc Henrichmann auch als
Bundestagsabgeordneter zu den Teilnehmern des Neujahrsempfangs.

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Ein Präsent aus Sandstein überreichte Marc Henrichmann dem Gastredner Prof. Klaus
Töpfer. Für ihn hat 2018 eine besondere Bedeutung, wie er verriet: Er wird in diesem Jahr 80.
Foto: Büro Marc Henrichmann