Schutz für den „vertrauenden Verbraucher“

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MdB Marc Henrichmann besucht Beratungsstelle in Dülmen

Dülmen. Drei Jahre seines Lebens wäre ein Verbraucher damit beschäftigt, würde er beim Einkauf all jene Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen, auf die sich Anbieter gern berufen. Diese Zahl nannte Susanne Terwey. Und die Leiterin der Verbraucherzentrale in Dülmen weiß, dass dies nicht besonders lebensnah ist  – obwohl gerade in den AGBs manche Fallstricke lauern. Wie die Verbraucherzentrale davor schützt und wie die Politik sie hier unterstützen kann, darüber informierte sich der neue Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann bei einem Besuch der Beratungsstelle.

Der Stromanbieter, der seine Preiserhöhung allzu gut versteckt ankündigt, oder das Mobilfunkunternehmen, das einer Kundin ungefragt ein zusätzliches Datenpaket unterschiebt: Dies sind nur zwei Fälle aus der Praxis der Dülmener Beratungsstelle. Über ihren Alltag berichteten neben Susanne Terwey auch Regionalleiterin Beate Hollands-Lohölter und Udo Sieverding von der Geschäftsführung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In beiden genannten Fällen konnten die unabhängigen Berater helfen. Auch bei Fragen zu Versicherungen oder für eine Energieberatung ist die Beratungsstelle in Dülmen mit den beiden Außenstellen in Coesfeld und Lüdinghausen die richtige Anlaufstelle, und dies schon seit fünf Jahren.

Notwendig sei die Arbeit auch deshalb, weil das Leitbild des „mündigen Verbrauchers“ eine Legende sei, so Sieverding. In der Forschung, die verschiedene Typen unterscheide, trete dagegen eher der „vertrauende Verbraucher“ hervor. „Dieser setzt auf die Politik, die schon dafür sorgt, dass schwarze Schafe keine Chance haben“, beschrieb er die Erwartungshaltung. Besonders würdigte Henrichmann die Präventions- und Bildungsarbeit für Jugendliche. „Es ist eine gute Idee, hier mit Schulen zu kooperieren“, betonte der CDU-Politiker. Ein mögliches Schulfach „Wirtschaft“ würde die Verbraucherzentrale unterstützen, ergänzte Sieverding.

In welchen Fällen die unabhängigen Verbraucherberater helfen, erfuhr der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann von Susanne Terwey, Beate Hollands-Lohölter und Udo Sieverding (v.r.). Foto: Büro Marc Henrichmann