Regionale Lebensmittel-Erzeugung stärken

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Foto: Mali Maeder, Pexels

Regionale Lebensmittel-Erzeugung stärken

Henrichmann im Gespräch mit Landwirtschaftlichem Kreisverband

Kreis Steinfurt. Corona, die drohende Schweinepest und die für die Landwirte existenzbedrohenden Erzeugerpreise für Lebensmittel: All dies lässt die Bäuerinnen und Bauern im Kreis Steinfurt mit Sorgen ins kommende Jahr blicken. Über die Herausforderungen sprachen Vertreter des Landwirtschaftlichen Kreisverbands per Videochat mit dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Skeptisch sieht der Vorsitzende Albert Rohlmann das einseitige Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit nur in der Fleischbranche. Der CDU-Parlamentarier stellte aber klar: „Politik musste handeln“, vor allem weil den Erklärungen und Selbstverpflichtungen der Unternehmen zweimal keine Taten gefolgt seien.

Dass er mit dem Arbeitsschutzkontroll-Gesetz nicht rundum zufrieden sei, räumte Henrichmann ein. „Wir haben aber Ausnahmen für kleine Betriebe des Fleischerhandwerks erreicht, damit sie flexibler arbeiten können“, betonte er. Dies unterstütze auch die regionale Erzeugung von Lebensmitteln. Heimische Produkte sollten darüber hinaus eine „absolut schlüssige Herkunftsbezeichnung“ bekommen, wünschte sich Rohlmann. Wenn gerade mal 51 Prozent eines Produkts aus Deutschland kämen, sei ein „D“ auf der Verpackung nicht angezeigt, erklärte er. „Dem kann ich einiges abgewinnen“, meinte der CDU-Politiker dazu.

Dass der Handel den Erzeugern zu niedrige Lebensmittelpreise zahle, sei in der Politik angekommen, betonte Henrichmann. „Vier große Player diktieren hier die Preise“, erklärte er. Der Markt reguliere nicht alles. Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, habe deshalb einen Gesetzentwurf gegen unlautere Handelspraktiken vorgelegt. Dies solle für mehr Fairness für Bauern und kleinere Lieferanten sorgen.

Viele Schweinehalter kämpften außerdem mit einem wachsenden „Schweinestau“, berichtete Sauenhalter Carsten Spieker. Grund sei, dass die Schlachthöfe nicht alle schlachtreifen Tiere annehmen könnten. China falle als Absatzmarkt wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest weg. Henrichmann betonte, dass sich der Bund „bis in die höchsten Ebenen“ in China für das Regionalisierungsprinzip einsetze – demnach sollen Einschränkungen im Handel auf das Gebiet des Seuchenausbruchs begrenzt bleiben.

Weiteres Thema war der Insektenschutz. Politiker wie Landwirte waren sich einig, dass Kooperationen mit den Landwirten vor Ort eher zum Ziel führen als reine Verbote. „Bewährt haben sich der erfolgreiche Vertragsnaturschutz oder Gewässerkooperationen“, stellte Henrichmann fest.