Politik und Kirche diskutieren über assistierten Suizid

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Für eine „Kultur der Ermutigung zum Leben“ setzen sich Bistumsleitung mit Bischof Dr. Felix Genn und die CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Bistum Münster, darunter Marc Henrichmann (5.v.l.), ein. Foto: Bistum Münster

Politik und Kirche diskutieren über assistierten Suizid

Henrichmann: „Menschen vor übereilten Sterbewünschen schützen“

Kreis Coesfeld / Kreis Steinfurt. Über das Urteil des Verfassungsgerichts, das Verbot des assistierten Suizids aufzuheben, sprachen die CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Bistum Münster mit Bischof Dr. Felix Genn und Vertretern der Bistumsleitung. In der Debatte um die Sterbehilfe wünschte sich der heimische Parlamentarier Marc Henrichmann noch mehr Unterstützung für eine „Kultur der Ermutigung zum Leben“. Es gehe darum, „Menschen vor fremdbestimmten und übereilten Sterbewünschen zu schützen und sie in ihrer verzweifelten Situation nicht allein zu lassen.“, zeigte er sich einig mit seinen Fraktionskolleginnen und -kollegen.

Aus Sicht der Teilnehmer der Runde lasse es sich nicht leicht feststellen, ob der Wille zur Selbsttötung einer freiverantwortlichen Entscheidung entspreche. Konsens war, dass der Schutz des Lebens das höchste Gut sei. Thematisiert wurde, wie die Politik mit dem Urteil umgeht. Nach einer ersten Orientierungsdebatte Anfang Mai im Bundestag sortierten sich derzeit die Abgeordneten mit Gruppenanträgen. Diese werden voraussichtlich erst nach der Bundestagswahl im Parlament beraten. Dabei werde es um notwendige Veränderungen im Strafrecht gehen.

Bischof Dr. Genn und die weiteren Kirchenvertreter waren sich mit den CDU-Politikern einig in der Bewertung der Hilfen zur Selbsttötung. Die Gefahr, sich daran zu gewöhnen, sei groß. Verhältnisse wie in den Benelux-Ländern, wo die Zahl der Suizide deutlich ansteige, gelte es zu verhindern, ebenso den Weg zur Legalisierung aktiver Sterbehilfe. „Das einsame Sterben während der Corona-Pandemie“ stand dann zum Abschluss des Treffens von Politik und Kirche im Blickpunkt.