Munitionsdepot als Lernort und Touristenmagnet

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Machen sich für einen Lernort im Munitionsdepot Visbeck stark: Marc Henrichmann, Esther Joy Dohmen und Carsten Hövekamp (v.l.). Foto: Büro Marc Henrichmann

Munitionsdepot als Lernort und Touristenmagnet

Henrichmann: Bundeszentrale für politische Bildung sieht Pläne positiv

Dülmen. Wie sich der Kalte Krieg aufs Münsterland auswirkte, wird an kaum einem Ort so gut sichtbar wie in Dülmen. Im ehemaligen Munitionsdepot Visbeck, wo die US-Armee einst Atomsprengköpfe lagerte, soll deshalb ein außerschulischer Lernort Geschichte erlebbar machen. Entsprechende Pläne der Stadt Dülmen und der Volkshochschule unterstützt der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann.

Der CDU-Politiker, der noch im Mai vor Ort in Visbeck war, sprach jetzt im Rathaus mit Bürgermeister Carsten Hövekamp und VHS-Leiterin Esther Joy Dohmen über das Projekt. Henrichmann hatte bei der Leitung der Bundeszentrale für politische Bildung, deren Kuratorium er als stellvertretendes Mitglied angehört, für die Pläne in Dülmen geworben. „Die Resonanz war sehr positiv“, berichtete er von einem großen Interesse seitens der Bundeszentrale.

Auch Esther Joy Dohmen sieht in der Bundeszentrale eine große Offenheit vor allem für das pädagogische Konzept. Darüber hinaus ist auch baulich eine Menge zu tun: Vorgesehen ist, das einstige Bundeswehr-Gelände ökologisch aufzuwerten und den früheren Bereich der Amerikaner zum Erinnerungsort umzugestalten. Schulklassen, historisch Interessierte und Touristen sollen hier mehr über den Kalten Krieg im Münsterland erfahren. Von einer entsprechend großen Nachfrage ist Bürgermeister Hövekamp überzeugt. „Die Warteliste für die Führungen, die schon jetzt möglich sind, ist kaum abzuarbeiten“, betonte er das große Interesse. 400 Personen haben sich aktuell in diese Liste eintragen lassen, um das über Jahrzehnte unzugängliche Gelände unter fachkundiger Führung zu erkunden.

Gerade in Zeiten, in denen viele Diskussionen überhitzt geführt werden“ ist für Henrichmann politische Bildung besonders wichtig. Für Esther Joy Dohmen kann das ehemalige Munitionslager dabei eine Brücke von der Vergangenheit ins Heute schlagen. „Wir möchten die Einflüsse des Depots auf die Stadtgeschichte zeigen, beispielsweise auf die Bildung einer Friedensinitiative“, erklärte sie.