Mit Satellitendaten auf den Acker

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Die Karte zeigt an, wo der Bestand wie viel Pflanzenschutzmittel benötigt. Dieses wird dann vollautomatisch ausgebracht. Mit Ines Bergmann machte Marc Henrichmann den Praxistest. Foto: Büro Marc Henrichmann

Mit Satellitendaten auf den Acker

Henrichmann: „Moderne Landwirtschaft ist effizient und schont Umwelt“

Lüdinghausen. High-Tech auf dem Hof ist bei immer mehr Landwirten angesagt, digitale Lösungen kommen auch auf Äckern zum Einsatz. Die Höfe Kleffmann, Bergmann und Ickerott in Lüdinghausen zum Beispiel steuern mit Hilfe von satellitenbasierten Karten, wie viel Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel sie auf ihren Feldern ausbringen müssen. „Das ist effizient und schont die Umwelt“, stellte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann bei einem Besuch vor Ort fest.

Der CDU-Politiker will dazu beitragen, Innovationen in der Landwirtschaft bekannter zu machen. „Das trägt mit zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei“, ist er überzeugt. Denn er stelle durchaus eine wachsende Polarisierung zwischen Stadtbewohnern und den Menschen auf dem Land fest. Dies führt er auch darauf zurück, dass in urbanen Ballungsräumen zu wenige wüssten, wie moderne Landwirtschaft arbeite – dabei aber hohe Erwartungen an die Bäuerinnen und Bauern stellten. „Gesunde Nahrungsmittel, Tierwohl und Naturschutz gibt es aber nicht zum Nulltarif“, erklärte er. „Landwirte müssen von ihrer Arbeit leben können.“

Eine Arbeit, die durch die moderne Präzisionslandwirtschaft deutlich einfacher und effizienter wird: Sogenannte Applikationskarten liefern mit Hilfe von Satellitendaten exakte Angaben darüber, wo auf dem Acker wie viel Saatgut oder Dünger benötigt wird. Daniel Lenfort vom Lüdinghauser Unternehmen Kleffmann Digital RS demonstrierte dem Parlamentarier, wie eine solche Karte erstellt und anschließend drahtlos in die Schlepper-Fahrerkabine übertragen wird. Dort saß Ines Bergmann, Landwirtin und angehende Agrarwissenschaftlerin, am Steuer. Gemeinsam mit Henrichmann fuhr sie über einen Acker, wo aus einer Feldspritze auf Grundlage der Daten automatisch und punktgenau Wachstumsregler ausgebracht wurde.

Eine Methode, die Ressourcen schont. „Mit denen gehen die Landwirte ohnehin schon sparsam um“, weiß Lenfort. Er beschrieb anschaulich, wie genau eine Dosierung der Pflanzenschutzmittel mit hochmoderner Technik erfolgt: Im Schnitt werden 0,2 Liter Wirkstoff pro Hektar ausgebracht – nicht mehr als ein kleines Wasserglas. Förmlich „durch die Decke gegangen“ sei die Nachfrage nach Applikationskarten für Düngemittel. Was auch mit politischen Vorgaben wie der Düngemittelverordnung zusammenhänge. Doch obwohl die Digitalisierung in der Landwirtschaft Einzug hält, ist ihm eines wichtig: „Landwirtschaftliches Know-how ist nicht durch Technik zu ersetzen“.