„Mit gewaltfreiem Protest hatte das nichts zu tun“

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Mit gewaltfreiem Protest hatte das nichts zu tun“

Henrichmann fordert Abgrenzung hiesiger Parents for Future-Gruppen

Kreis Coesfeld. Mit Bestürzung und völligem Unverständnis hat Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann eine Pressemitteilung der Parents for Future und der Grandparents for Future in Deutschland zur Kenntnis genommen. Darin erklären diese ihre Solidarität mit sieben Demonstrationsteilnehmern, die sich nach Abseilaktionen am Dannenröder Forst in Hessen in Untersuchungshaft befinden. „Der Skandal ist aber nicht die Haft, sondern das Verhalten der Demonstranten“, stellt der CDU-Politiker klar. „Mit gewaltfreiem Protest hatte dies überhaupt nichts zu tun.“ Da die „Parents for Future Germany“ offenbar auch für die regionalen Klimagruppen sprechen, fordert er eine Klarstellung der Future-Gruppen im Kreis Coesfeld, wie sie zu dieser Pressemitteilung stehen.

In der Mitteilung beklagen sich Parents und Grandparents for Future über die Haftbedingungen und über nicht-vegane Mahlzeiten in der Justizvollzugsanstalt. „Sie fordern eine Extra-Behandlung für die militanten Demonstrierenden. Kein Wort verlieren sie aber über deren hochgefährliche Straftaten“, kritisiert Henrichmann. Radikale Aktivisten hätten durch ihr Abseilen von einer Brücke einen schweren Autounfall mit einem Verletzten provoziert. „Um den Preis der Aufmerksamkeit wurden Menschenleben gefährdet“, erklärt er. Außerdem berichteten Polizistinnen und Polizisten, dass sie mit Pyrotechnik, Steinen, Farbbeuteln und Exkrementen beworfen worden seien. Auch zu diesen Straftaten äußern sich die Schreiber der Mitteilung nicht „Der Rechtsstaat hat darauf eine angemessene Antwort gefunden“, stellt der Parlamentarier fest. Die Untersuchungshaft sei wegen der Fluchtgefahr verhängt worden, da die Inhaftierten ihre Identität verheimlichten.

Dass Aktivisten zu weiteren Gewalttaten im Dannenröder Forst aufriefen, sei inakzeptabel: „Jeder hat in einer Demokratie das Recht, friedlich zu demonstrieren. Mit Gewalt wird aber jede sachliche und respektvolle Debatte unterdrückt. Damit schaden die Future-Gruppen, die dies tolerieren oder sogar unterstützen, ihren Anliegen am meisten“, erklärt Henrichmann. Mit Vertretern von Fridays for Future und Parents vor Future aus dem Kreis Coesfeld steht Henrichmann im Austausch –. Er hat sich in einem Schreiben an Vertreter der hiesigen Klimagruppen gewandt und erwartet eine klare Abgrenzung von Gewalt. „Ich kann mir nicht vorstellen und hoffe es auch nicht, dass die Meinung der Parents for Future Germany von den örtlichen Gruppen geteilt wird.“