Mehr Wertschätzung für Pflegekräfte

Weniger Bürokratie und höhere Pauschalen
4. Dezember 2020
Know-how des Mittelstands in der Region halten
8. Dezember 2020

Über Pflege in der Corona-Pandemie sprach Marc Henrichmann (2.v.r.) mit Jürgen Erhardt, Martina Bosse (Mitte) und den stellvertretenden Einrichtungsleiterinnen Tanja Rehberg und Annika Fleige. Foto: Büro Marc Henrichmann

Mehr Wertschätzung für Pflegekräfte

Henrichmann im Haus ARCA über Kinderbetreuung und Datenschutz

Appelhülsen. Pflege ist mehr als ein Job, sondern für sehr viele eine Berufung. Das bestätigten dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann die Einrichtungsleiterinnen im Haus ARCA in Appelhülsen, wo ein großer Teil der Beschäftigten schon viele Jahre mit an Bord ist. „Wir haben die Chance, über gute Rahmenbedingungen mehr Bewerber zu locken“, ist der CDU-Politiker überzeugt. An welchen Stellschrauben gedreht werden sollte, dazu hatten seine Ansprechpartner in der Pflegeeinrichtung einige konkrete Ideen. Weniger Arbeitsverdichtung, eine umfassende Notbetreuung für die Kinder der Pflegekräfte und Entlastung bei Datenschutz und Dokumentationen gehörten dazu.

Anfang November hatte das Team von Haus ARCA in den Medien über Herausforderungen durch Corona berichtet. Gewünscht wurde auch noch mehr Unterstützung durch die Politik. Das nahm Henrichmann zum Anlass, nachzuhaken, wo konkret der Schuh drückt. Dass die Politiker das Land umsichtig durch die Krise führten, betonte Geschäftsleiter Jürgen Eberhardt ausdrücklich. „Durch Corona ist endlich die Frage angestoßen worden, was uns Pflege wert ist“, stellte er fest.

Politik dürfe nun nicht nachlassen, ein positives Bild von Pflege zu zeichnen, wünschte sich Einrichtungsleiterin Martina Bosse. Dann könnten die 20.000 Stellen, die der Bund schaffen will, auch besetzt werden. Positive Signale, was das Interesse am Pflegeberuf angeht, erkennt Henrichmann im Kreis Coesfeld. So sei die Nachfrage nach einer Ausbildung in der neuen Pflegeakademie carecampus sehr hoch, wie er im Sommer dort erfahren hat.

Die Arbeitsbelastung in den beiden ARCA-Häusern mit ihren 105 Plätzen ist durch Corona hoch. Das Tragen der FFP2-Maske ist ebenfalls belastend. Nicht einfacher werde es, wenn Mitarbeiterinnen ausfielen, weil sie im Falle geschlossener Schulen sich zu Hause um ihre Kinder kümmern müssten. „Wir brauchen eine verlässliche Notbetreuung“, betonte deshalb Martina Bosse. Auch Dokumentations-Pflichten und Datenschutz-Vorgaben nähmen viel Zeit in Anspruch. Henrichmann ärgerte sich über eine zu enge Auslegung der Datenschutzgrundverordnung. „Datenschutz muss handhabbar bleiben“, betonte er. Deshalb erwartete er „mehr Beratung und Hilfestellung“ seitens der Datenschutzbehörden.