„Mehr Verlässlichkeit statt Förder-Wirrwarr“

Eingewickelt in natürliche Zwirne
14. Juni 2022
Berlin-Fahrt zum Mauerfall endlich nachgeholt
21. Juni 2022

Wie sich die Förderpraxis des Bundes auf die Mobilität mit E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden auswirkt, besprach der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann (l.) mit Jochen Tönnemann. Foto: Büro Marc Henrichmann

„Mehr Verlässlichkeit statt Förder-Wirrwarr“

Henrichmann informiert sich bei Tönnemann über E-Mobile und Hybride

Coesfeld. Die Nachfrage nach Elektroautos ist groß, die Lieferzeiten sind lang. Plug-in-Hybride dagegen sind kaum noch gefragt, stellt Jochen Tönnemann fest. Ein Grund dafür: die auslaufende Förderung durch die Bundesregierung. Mit dem Geschäftsführer des Autohauses aus Coesfeld unterhielt sich jetzt der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann. „Viele Autokäufer, die sich ein umweltfreundliches Fahrzeug zulegen möchten, sind angesichts des Förder-Wirrwarrs der Bundesregierung verunsichert“, erklärte der CDU-Politiker. Viele Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern belegten dies. „Die Ampel hat hier eine gute Technologie abgewürgt“, bedauerte er.

Auch Tönnemann sah in Plug-in-Hybriden eine sinnvolle Alternative zu reinen Elektrofahrzeugen, vor allem für diejenigen, die längere Strecken fahren müssen. Dass nur noch reine E-Autos gefördert werden sollen, hielt er aufgrund deren CO2-Bilanz für zumindest fragwürdig. „Schließlich müssen auch Batterien gebaut und entsorgt werden“, erklärte er. „Wir verabschieden uns zu schnell von der Plug-in-Technologie“, meinte der Automobilfachmann. Die Hersteller hätten bereits reagiert und planten kaum noch neue Modelle in diesem Segment.

Die Innovationsprämie, die noch die Vorgängerregierung eingeführt hatte, sei „ein Kick für die E-Mobilität“ gewesen, betonte Tönnemann. Was auch dazu führe, dass die Wartezeit für einen Neuwagen bis zu einem Jahr dauere – selbst wenn einzelne Modelle, bis Ende Juni bestellt, noch bis zum Jahresende ausgeliefert würden. Seit 2019 wurden bundesweit 1,2 Millionen Förderanträge für E-Fahrzeuge gestellt. Dank der Förderung stieg der Anteil an den Neuzulassungen von 3,1 Prozent im Jahr 2019 auf aktuell 25 Prozent. Davon beträgt der Anteil Hybridautos unter den geförderten Fahrzeuge immerhin 43 Prozent.

Dass die Regierung entgegen ihres Koalitionsvertrags Plug-in-Hybride nun doch nicht mehr fördern will, hat zahlreiche Autokäufer auf dem falschen Fuß erwischt. „Wer heute ein solches Fahrzeug kauft, kann wegen der langen Lieferzeiten nicht mehr mit einer Förderung rechnen“, ärgerte sich Henrichmann über die fehlende Verlässlichkeit. Die Unionsfraktion fordere deshalb, dass nicht der Termin der Zulassung, sondern der Bestellung maßgeblich für eine Förderung sein solle. „Das Förder-Chaos der Ampel, das schon die Häuslebauer bei den KfW-Mitteln schwer getroffen hat, setzt sich beim Autokauf fort“, stellte der Parlamentarier fest.