Luftreiniger aus Billerbeck als Antwort auf Corona

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Olaf Ziel stellte den Abgeordneten Marc Henrichmann und Wilhelm Korth vor, wie seine Anlagen zur Luftreinigung funktionieren. Screenshot: Büro Marc Henrichmann

Luftreiniger aus Billerbeck als Antwort auf Corona

Henrichmann und Korth informieren sich über „spannende Technik“

Billerbeck. Die ersehnten Corona-Lockerungen lassen im Dezember auf sich warten, stattdessen sind weitere Verschärfungen zu erwarten. Neben einem Impfstoff sieht der CDU-Politiker Marc Henrichmann auch in technischen Lösungen eine Chance, um künftig einen Lockdown in bestimmten Bereichen abzumildern. Lösungen, wie sie das Unternehmen Franz Ziel in Billerbeck anbietet: Geschäftsführer Olaf Ziel stellte jetzt per Video-Konferenz dem Bundestagsabgeordneten und dessen Landtagskollegen Wilhelm Korth seinen Luftreiniger „Air Infect Protect“ vor.

Franz Ziel baut Anlagen für die pharmazeutische Industrie. Zu den Kunden zählen BioNTec und Pfizer, die gemeinsam einen Corona-Impfstoff entwickelt haben. „Wir ermöglichen die aseptische Abfüllung von Medikamenten“, erläuterte Geschäftsführer Olaf Ziel. Sterile Luft, das ist quasi das tägliche Brot des Familienbetriebs mit seinen 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. So lag es nahe, einen Luftreiniger zum Schutz vor Aerosolen zu konstruieren.

Dieser sei, darauf legt Ziel großen Wert, sehr leise. Außerdem haben die Ingenieure den Hauptfilter so konstruiert, dass er 30 Minuten lang auf 70 Grad aufheizt. Damit wird er nicht selbst zur Virenschleuder. Sofern ein sechsfacher Luftwechsel pro Stunde eingehalten wird, müssen wegen der potenziell kontaminierten Aerosole keine Fenster mehr aufgerissen werden. Für frischen Sauerstoff sollten geschlossene Räume allerdings weiterhin gelüftet werden, „die Lüftungsfrequenz wird aber deutlich reduziert“, so der Geschäftsführer.

Einige Luftreiniger sind an Behörden geliefert worden, so zum Beispiel 40 Geräte an die Bezirksregierung Münster und drei an die Landesregierung NRW. „Wir wissen, dass das Gerät funktioniert“, unterstrich Ziel. Damit das Unternehmen dies demnächst auch schwarz auf weiß hat, laufen mikrobiologische Tests an der Christophorus-Klinik in Coesfeld. „Damit wollen wir Vertrauen schaffen“, betonte er. Ist die Wirksamkeit dokumentiert, könnten mit Luftfilter ausgestattete Restaurants vielleicht früher wieder öffnen. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga habe jedenfalls Interesse gezeigt.

Von einer „spannenden Technik“ sprach Henrichmann. Weil bei 75 Prozent der Corona-Erkrankungen die Quelle der Infektion unbekannt sei, bleibe nichts anderes übrig als ein breit angelegter Lockdown. Hier könnten Schutzmaßnahmen wie Luftfilter unter Umständen Lockerungen erleichtern. „Bis wir alle gegen Corona geimpft werden können, dauert es sicher noch bis Herbst oder Winter 2021“, erklärte der Parlamentarier. Deshalb seien solche Anlagen auch in Zukunft nützlich, denn Corona oder andere Viren bleiben ständiger Begleiter.