Lieferkettengesetz nimmt Unternehmen in Verantwortung

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Über das Lieferkettengesetz diskutierte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann mit Vertretern der Evangelischen Kirche von Westfalen. Screenshot: Büro Marc Henrichmann

Lieferkettengesetz nimmt Unternehmen in Verantwortung

Henrichmann diskutiert mit Vertretern der Evangelischen Kirche

Kreis Coesfeld / Kreis Steinfurt. Das Lieferkettengesetz soll ab 2023 Kinderarbeit endlich beenden und die Rechte der Menschen besser schützen, die zum Beispiel in Asien, Afrika oder Südamerika Produkte für Deutschland produzieren. „Es ist richtig, deutsche Unternehmen hier in die Verantwortung zu nehmen“, erklärte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann. Der CDU-Politiker diskutierte per Videochat mit Vertretern der Evangelischen Kirche, für die das Gesetzesvorhaben ein großes Anliegen ist. „Wir sind nun einen Schritt weiter“, meinte Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen. Gleichwohl würde er an einigen Stellen noch weiter gehen.

Das Gesetz ist ein wuchtiger Aufschlag“, unterstrich Henrichmann. Das zeige schon das „Knirschen in der Wirtschaft“ angesichts der Vorlage. Das Gesetz solle Unternehmen verpflichten, darauf zu achten, dass sich alle Zulieferer in der Lieferkette an Menschenrechte halten. Das betrifft zunächst die unmittelbaren Zulieferer, darüber hinaus aber auch mittelbare Zulieferer. Nämlich dann, wenn das Unternehmen Hinweise auf Beschwerden von Personen erhält, dass deren Rechte verletzt werden.

Die ganze Lieferkette einzubeziehen, forderte Katja Breyer vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) Westfalen. „Unternehmen sollen keine Garantie für die ganze Lieferkette abgeben, aber die Probleme ernst nehmen und angehen“, unterstrich Eva-Maria Reinwald vom Institut Südwind. Probleme, die Regionalpfarrer Dr. Jean-Gottfried Mutombo am Beispiel seiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, beschrieb. Dort bauten mehr als 40.000 Kinder in Minen Kobalt und Coltan ab. „Das lässt sich nicht ignorieren. Unternehmen müssen transparent machen, wo sie ihre Rohstoffe beziehen“, erklärte er.

Genau dieses Anliegen teilten die allermeisten Unternehmer, hat Henrichmann in vielen Gesprächen festgestellt: „Denen ist natürlich nicht egal, was entlang ihrer Lieferkette passiert“. Mittelständler dürften aber nicht überfordert werden. Im schlechtesten Fall zögen sie sich aus Märkten zurück, mit allen negativen Folgen für die Menschen dort. Einig zeigte er sich mit den Vertretern der Kirche, dass auf das deutsche Lieferkettengesetz eine europäische Lösung folgen soll.