Kirche soll auch politisch Stellung beziehen

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Tiefer gehende Debatten statt plakativer Schlagworte wünschen sich Marc Henrichmann, Kreisdechant Johannes Arntz (r.) und Stephanie Krahnenfeld, Geschäftsführerin des Kreisdekanats. Foto: Büro Marc Henrichmann

Kirche soll auch politisch Stellung beziehen

MdB Mac Henrichmann im Gespräch mit Kreisdechant Johannes Arntz

Kreis Coesfeld. Einfache Schlagworte reichen nicht aus, um komplizierte Sachverhalte zu erklären. Marc Henrichmann und Johannes Arntz zeigten sich einig darin, dass politische Diskussionen oft zu oberflächlich geführt würden. Der Bundestagsabgeordnete und der Kreisdechant sprachen jetzt in Coesfeld über das aktuell schwierige politische Klima ebenso wie über die Rolle, die Kirche in der Politik einnimmt.

Mit Blick auf den noch nicht unterzeichneten Koalitionsvertrag hatte Kreisdechant Arntz eine klare Meinung: „Wer ein Mandat bekommt, muss Verantwortung übernehmen“. Der CDU-Politiker Henrichmann setzte auf einen positiven Ausgang des Mitgliederentscheids der SPD. „Neuwahlen führen nur zu einer schwachen Wahlbeteiligung und zu starken Rändern“, befürchtete er und warb auch inhaltlich für eine Große Koalition. CDU, CSU und SPD nähmen sich aller zentralen Zukunftsthemen an und bewirkten gerade für Familien viel Positives.

Für Henrichmann ist es wichtig, dass Kirche Stellung bezieht und mit der Politik im Gespräch bleibt. „Beide Seiten dürfen sich in einzelnen Fragen auch mal aneinander reiben“, erklärte er und begrüßte eine lebendige Diskussion. Es sei wichtig, beide Sichtweisen zu kennen und auch zuzulassen. Dass sich Kirche weiter einmischt, ist für Arntz selbstverständlich, denn „das Evangelium ist immer politisch“, unterstrich er.

Groß ist die Vorfreude auf den bevorstehenden Katholikentag vom 9. bis 13. Mai in Münster. Das Kreisdekanat stellt sich zum Auftakt am „Abend der Begegnung“ auch kulinarisch den Gästen vor und präsentiert sich zu Christi Himmelfahrt unmittelbar nach dem Gottesdienst auf der Bistumsbühne. „Die Anmeldezahlen sind sehr gut“, erklärte Stephanie Krahnenfeld, Geschäftsführerin des Kreisdekanats.

Interessiert zeigte sich Arntz auch an verkehrspolitischen Themen. So erkundigte er sich nach dem aktuellen Stand beim Ausbau der Bundesstraße 67n und der Bahnstrecke von Münster nach Lünen. Henrichmann berichtete zum geplanten zweiten Gleis, dass er gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen aus dem Münsterland regelmäßig mit dem Verkehrsministerium, der Deutsche Bahn und auch der Landesregierung spreche. Sein Fazit: „Der Ausbau muss kommen“.