Jeder kann etwas für Artenvielfalt tun

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So bietet auch der heimische Garten Platz und Nahrung für Biene, Hummel, Käfer und Co.: Dr. Irmtraud Papke stellte Marc Henrichmann in der Ausstellung die vielen Möglichkeiten vor. Foto: Büro Marc Henrichmann

Jeder kann etwas für Artenvielfalt tun

Henrichmann: „Eigenverantwortung und Anreize für Insektenschutz“

Lüdinghausen. Der Insektenschutz beschäftigt die Bundespolitik. Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann hat sich über das Thema bereits mit heimischen Landwirten ausgetauscht, mit dem Naturschutzzentrum Coesfeld in Darup über Konzepte gesprochen und nun das Biologischen Zentrum in Lüdinghausen besucht. Ein Anlass: Eine Ausstellung über insektenfreundliche Gärten. „Jeder kann etwas tun“, erklärte der CDU-Politiker angesichts der vielen Empfehlungen für Bepflanzungen, die Bienen, Hummeln, Käfer und Co. anlocken.

Eigenverantwortung, Anreize und eine unbürokratische Förderung sind für Henrichmann die Schlüssel, um der Landwirtschaft zum Beispiel die ökologische Gestaltung von Ackerrändern zu erleichtern. Die Bereitschaft, sich für Artenschutz einzusetzen, sei unter den Bäuerinnen und Bauern groß, hat er festgestellt. „Der Vertragsnaturschutz liefert genügend positive Beispiele“, erklärte der Parlamentarier.

Doch auch im eigenen Garten lässt sich eine Menge für die Artenvielfalt tun. Und auch hier sieht Dr. Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zentrums, großes Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Was fehle, sei aber oft das Wissen darüber, wie sich ein naturnaher Garten gestalten lässt, ohne sich bei der Pflege zu überheben. Wissen, das die Ausstellung vermittelt. „Wir beraten, wie ein solcher Garten dauerhaft Freude bereitet“, unterstrich sie – ohne dass er zu viel Arbeit macht. Schotter und Kies seien keine Alternative, der Pflegeaufwand hier viel höher, als mancher denkt.

Jeder solle selbst Verantwortung für sein Umfeld übernehmen, wünschte sich Dr. Irmtraud Papke. Eine Kommune könne nur begrenzt Vorgaben machen, erklärte Bürgermeister Ansgar Mertens, der ebenfalls an dem Ortstermin teilnahm. „Die Spielräume, die wir bei der Gestaltung von Grundstücken haben, wollen wir aber ausnutzen“, kündigte er an.

Wie das Biologische Zentrum durch die Corona-Pandemie kommt, erläuterte Josef Klaas vom Trägerverein. Vor allem die fehlenden Schulklassen sorgten dafür, dass die Besucherzahl im vergangenen Jahr um etwa 60 Prozent auf 8.000 gesunken war. Kreis und Kommune halfen aber finanziell, und auch der Bund sprang mit seiner Soforthilfe ein.