Intelligente Roboter aus Havixbeck helfen auf den Äckern

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Wie Zauberzeug Künstliche Intelligenz auf Äckern und Feldern einsetzen will und wie Politik dies fördert, darüber sprachen Marc Henrichmann und Rodja Trappe. Foto: Büro Marc Henrichmann

Intelligente Roboter aus Havixbeck helfen auf den Äckern

Henrichmann bei Zauberzeug: „395.000 Euro Förderung gut angelegt“

Havixbeck. Roboter sind bisher eher exotische Helfer auf Feldern und Äckern. Das könnte sich ändern – dank Künstlicher Intelligenz (KI), gezielter Förderung durch den Bund und einem kleinen Unternehmen aus Havixbeck. „Robotik in der Landwirtschaft hat große Chancen“, betont der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann. Über die praktische Umsetzung informierte er sich bei der Zauberzeug GmbH aus einem erfreulichen Anlass: Mit fast 395.000 Euro unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ein Projekt der Software- und Robotik-Schmiede. Dabei geht es um „ressourceneffiziente KI für eingebettete Systeme in Landmaschinen“.

Gerade für Landwirte, die zum Beispiel nur noch schwer Arbeitskräfte wie Erntehelfer finden, könnten technische Lösungen eine wichtige Hilfe sein, findet Henrichmann. Um die KI-Kompetenz in Deutschland weiter auszubauen, hält er es für notwendig, dass sich Forschung und Wirtschaft intensiver austauschen. „Und wir müssen innovative KI-Firmen fördern“, unterstreicht Henrichmann. Die Bundesmittel für Zauberzeug seien deshalb gut angelegt.

Das Unternehmen mit 13 Mitarbeitern entwickelt Prototypen kleiner fahrbarer Roboter, die zuverlässig Pferdeäpfel aufsammeln oder im Rübenfeld das Unkraut entfernen. „Künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass der Roboter die Nutzpflanze vom Unkraut unterscheiden kann“, erklärt Geschäftsführer Rodja Trappe. Sicherheit ist dabei ein großes Thema: So muss der Roboter lernen, auch Rehe und Hasen auf den Feldern zu erkennen. Das funktioniert nur mit einem äußerst aufwendigen Training mit Hilfe von Fotos. Zauberzeug arbeitet unter anderem an „besseren Techniken, mit denen wir mit weniger Personalaufwand bessere KI hinkriegen“. Beteiligt an dem geförderten Projekt sind unter anderem das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, der Landmaschinenhersteller Claas oder die Uni Dortmund.

Gestartet war Zauberzeug als Softwareentwickler, der sich dann verstärkt in der Robotik engagierte. „Wir investieren gerade heftig in unsere Zukunft“, erklärt Trappe. Die Bundesförderung komme da gerade recht, „um weiter Wissen aufzubauen“. Dass die Bäuerinnen und Bauern neuen Lösungen aufgeschlossen gegenüberstehen, davon ist Henrichmann überzeugt: „Den Landwirt ohne iPad gibt ja schon kaum noch“.