In der Pole-Position für Wasserstoff

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Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann unterhielt sich darüber mit Dr. Fritz Jaeckel und Dr. Eckhard Göske von der IHK. Foto: Büro Marc Henrichmann

In der Pole-Position für Wasserstoff

Henrichmann diskutiert mit IHK Chancen neuer Energieträger

Kreis Coesfeld / Kreis Steinfurt. Er ist CO2-frei und vielfältig einsetzbar: Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Die Bundesregierung hat eine Nationale Wasserstoffstrategie erarbeitet, Nordrhein-Westfalen stellte eine Wasserstoff-Roadmap vor. Der Kreis Coesfeld will grünen Wasserstoff produzieren, der Kreis Steinfurt setzt unter anderem auf Wasserstoff-Mobilität. Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann informierte sich bei der IHK Nord Westfalen darüber, wie Wasserstoff in Unternehmen eingesetzt werden und in Zukunft auch private Häuser heizen könnte.

Aus Sicht der Wirtschaft ist klar: Wasserstoff wird benötigt, und zwar in großen Mengen und zu einem wirtschaftlichen Preis. „Unsere Region ist dank eines hervorragenden Leitungsnetzes und der Nähe zu den Niederlanden in einer Pole-Position“, berichtete IHK-Hauptgeschäftsführer Fritz Jaeckel dem CDU-Politiker. Im emsländischen Lingen wird darüber hinaus Wasserstoff erzeugt, eine Pipeline von dort ins Ruhrgebiet sei nahezu einsatzbereit. Daran könnten auch die Kreise Coesfeld und Steinfurt angebunden werden: „Abzweigungen sind in Zukunft sicherlich möglich, wenn dort genügend Nachfrage nach Wasserstoff besteht“, versicherte Dr. Eckhard Göske, der die IHK-Abteilung Industrie leitet.

Mit grünem Wasserstoff allein lasse sich der Bedarf der Industrie aber nicht decken, erklärte Dr. Jaeckel. So arbeiteten bundesweit 300.000 Anlagen mit konventionellen Brennstoffen. „Technologieoffenheit“ wünschte er sich deshalb von der Bundespolitik, auch wenn die Unternehmen ebenfalls weg wollten von fossiler Energie: „Die Industrie geht den Weg der Dekarbonisierung mit“, betonte er. Wegen der CO2-Bepreisung sei Wasserstoff zu wirtschaftlichen Preisen ein „Muss“.

Wasserstoff muss zu einem großen Teil importiert werden. Henrichmann interessierte sich darüber hinaus für Möglichkeiten, den Energieträger selbst zu produzieren. Dr. Jaeckel regte an, hier in Forschung und Entwicklung zu investieren. Dazu könnten die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung verwendet werden, empfahl er. Dass sich Privathaushalte schon heute selbst CO2-frei mit Energie versorgen können, beweisen Modellprojekte in Ostdeutschland: Hier stehen energieautarke Häuser, die ganz ohne Stromanschluss auskommen. Trotz deutlich weniger Sonnenstunden als im Münsterland: „Das sind gute Ideen, die wir uns näher anschauen sollten“, bilanzierte der Abgeordnete.