Ideen gegen den Fachkräftemangel

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Darüber, wie AT Zweirad gute Fachkräfte gewinnt, informierten sich Marc Henrichmann (2.v.r.) und die CDU-Fraktionsvorsitzende Sigrid Schulze Lefert (2.v.l.) bei Edith Beglet-Thiemann und Volker Thiemann (2.v.l.). Die erfolgreiche Integration von Menschen mit Behinderung stellte Christian König vor. Foto: Büro Marc Henrichmann

Ideen gegen den Fachkräftemangel

Henrichmann besucht AT Zweirad / Gute Erfahrungen mit Integration

Altenberge. Fachkräfte dringend gesucht: Das gilt auch für AT Zweirad. Das Unternehmen aus Altenberge hat reagiert und verstärkt sich unter anderem mit Mitarbeitern aus dem EU-Ausland und Menschen mit Behinderungen. Dafür hat es eigens eine Integrationsabteilung eingerichtet. Für die interessierte sich auch der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann, der auf seiner Wahlkreis-Sommertour die Fahrradmanufaktur besuchte.

15 Nationen beschäftigt AT Zweirad, berichtete Edith Beglet-Thiemann, zuletzt verstärkten drei Spanier das Team. Zeitlich begrenzte Arbeitsgenehmigungen, zum Beispiel für einen indischen Baumaschineningenieur, erschwerten aber die Planung. „Ganz wichtig für uns ist ein vernünftiges Einwanderungsgesetz“, meinte deshalb die Geschäftsführerin. Genau ein solches Gesetz habe der Bundestag nun auf den Weg gebracht, betonte der CDU-Politiker. „Jetzt müssen wir sehen, wie es wirkt“, erklärte er und bat gleichzeitig das Unternehmen um „ein Feedback aus der Praxis“, sobald Erfahrungen mit der Regelung vorlägen.

Gut kommt bei dem Mittelständler an, dass die Bundesregierung den Handwerksmeister mittlerweile als gleichrangig zu einem akademischen Abschluss einordnet. „Ein Zweiradmechatroniker muss für seine komplexen Tätigkeiten genauso viel wissen und können wie ein Akademiker – und sich ständig weiterbilden“, erklärte Edith Beglet-Thiemann. Auch Henrichmann ist überzeugt: „Eine solide Ausbildung im Handwerk eröffnet für viele sogar bessere Perspektiven als ein Studium“. Der Parlamentarier warb zugleich für das Qualifizierungschancengesetz. Dieses bietet Arbeitgebern und gering Qualifizierten Anreize, auf Fortbildung zu setzen. „Das ist ein wichtiger Ausweg aus schlecht bezahlten Hilfstätigkeiten“, erklärte er.

Bei AT packen auch Menschen mit Behinderungen an, 18 sind es aktuell. Darunter sind viele psychisch Erkrankte, aber auch Gehörlose. Betreut werden sie von Christian König vom Integrationsfachdienst im Kreis Steinfurt. „Die Beschäftigten mit Handicap sind in den Abteilungen voll integriert“, berichtete er. Arbeitsprozesse seien angepasst, die Kolleginnen und Kollegen für den Umgang mit psychischen Erkrankungen geschult worden. „Die Belegschaft trägt das voll mit“, zieht er ein positives Fazit.