Hoffen auf Impfungen in Wohngruppen und Werkstätten

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Hoffen auf Impfungen in Wohngruppen und Werkstätten

Caritas-Werkstattmitarbeiter befragt Henrichmann und Germing

Kreis Coesfeld / Lüdinghausen / Nordkirchen. Auch Menschen mit Behinderung leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Werkstätten arbeiten im Notbetrieb, lieb gewonnene Besuche von Freunden sind nicht möglich. Ein Bewohner, der im Caritas-Wohnhaus in Lüdinghausen lebt, suchte deshalb den Kontakt zum Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Der stellte sich gemeinsam mit Christian Germing, Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld, per Videochat den Fragen. „Wir alle sind so langsam die Einschränkungen leid“, räumte der CDU-Politiker ein. Hoffnung bereiten ihm vor allem die Impfungen. „Wir können durchaus stolz auf die Entwicklung sein“, betonte er trotz der Kritik am schleppenden Anlauf.

Noch vor einem halben Jahr hätte kaum jemand für möglich gehalten, dass jetzt schon drei Impfstoffe zur Verfügung stehen – darunter eines aus deutscher Produktion. Markus Sonntag, der in der Caritas-Werkstatt in Nordkirchen arbeitet, wünschte sich, dass auch hier und in Wohneinrichtungen rasch geimpft werde. „Wir Politiker tun alles, damit sich die Menschen wieder miteinander treffen können“, erklärte Henrichmann. Klar sei aber, dass gerade am Anfang der Impfstoff knapp sei. „Es wird aber immer mehr produziert und weitere Anbieter stehen schon in den Startlöchern“, erklärte er.

Germing konnte nachvollziehen, dass Pflegeeinrichtungen für Ältere bei den Impfungen als erste an der Reihe seien. „Die Frage ist, wann Wohngruppen für Menschen mit Behinderung dran kommen“, meinte er. Sie gehörten zur Gruppe mit „hoher Priorität“. Gleichzeitig sollte dann auch in den Werkstätten geimpft werden, um zur Normalität zurückkehren zu können: „Wir benötigen Planbarkeit“, betonte er. Bei Henrichmann stieß er damit auf offene Ohren: „Wir brauchen eine langfristige Öffnungsstrategie“. Noch aber seien die Infektionszahlen viel zu hoch, die mutierte Virusvariante bereitete ihm ebenfalls große Sorgen.

Auch über seinen Arbeitsalltag sprach Sonntag. „Viele würden gerne eine Ausbildung machen“, berichtete er. Henrichmann hielt Möglichkeiten, von einer Behinderteneinrichtung in den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln, für wichtig. Nicht für jeden komme aber so ein Schritt in Frage: „Für viele Menschen sind die Werkstätten eine sehr gute, behütete Möglichkeit, Teil der Gesellschaft zu sein“, erklärte er. Am Ende des Gesprächs zog er ein positive Fazit: „Menschen mit Handicap haben gerade im Kreis Coesfeld eine Stimme“.