Herzliche Begegnungen mit Gästen aus Weißrussland

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Angeregte Gespräche führten Marc Henrichmann (r.) sowie Thomas (l.) und Maria Bücking (vorne, 2.v.r.) mit den Gästen aus Weißrussland. Foto: Büro Marc Henrichmann

Herzliche Begegnungen mit Gästen aus Weißrussland

MdB Henrichmann in Sirksfelder Schule / Beschränkung für Hilfsgüter

Coesfeld. Die persönlichen Begegnungen sind herzlich, die Bürokratie allerdings macht der Kinderhilfe Tschernobyl Coesfeld und ihren Freunden aus Svensk in Weißrussland das Leben häufig schwer. Thomas Bücking und seine Mitstreiter sind jedoch recht findig, wenn es darum geht, dringend benötigte Hilfsgüter trotz Beschränkungen nach Weißrussland zu bringen oder Visa für die Partner zu besorgen. Über seine Erfahrungen berichtete er jetzt dem heimischen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann.

Der Zeitpunkt für das Gespräch war gut gewählt, denn aktuell ist wieder eine 23-köpfige Gruppe aus Svensk für zehn Tage in Coesfeld zu Besuch, davon acht Teilnehmer in der Sirksfelder Schule. Nicht nur Jungen und Mädchen lädt die Kinderhilfe jedes Jahr ein, auch eine Erwachsenenfreizeit gehört seit bald 25 Jahren zum festen Programm. „Schön, dass diese Kontakte so lange halten“, erklärte Henrichmann. Sich miteinander auszutauschen, sei der beste Weg der Völkerverständigung, betonte der CDU-Politiker. Und genau darum geht es auch der Kinderhilfe, die zudem die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl lindern und humanitäre Hilfe leisten will.

Während einige Teilnehmerinnen zum ersten Mal in Deutschland sind, verbinden andere viele schöne Erlebnisse mit Coesfeld und der Sirksfelder Schule. „Ich war schon 1992 als Kind mit der ersten Gruppe dabei, später als Betreuerin und als Dolmetscherin“, erzählte zum Beispiel Lena in bestem Deutsch. An Deutschland gefällt den Gästen, dass alles so wohl organisiert sei. Trüber seien die Aussichten in ihrer Heimat. Svensk hat mehr als die Hälfte seiner Einwohner verloren, nur noch 1.600 Menschen leben dort. „Die Landbevölkerung profitiert nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung“, weiß Thomas Bücking von seinen Besuchen dort. Gerade für die alten Leute tue der weißrussische Staat nichts.

Deshalb seien Hilfsgüter immer noch nötig, zum Beispiel die Unterstützung des Kindergartens und der Schule mit Bastelmaterial und Schulkreide. „Seit diesem Jahr dürfen aber nur noch 25 Kilogramm Gepäck pro Person nach Weißrussland eingeführt werden“, berichtete Bücking von ganz praktischen Problemen. Dennoch werden die Gäste am 24. Juni nicht mit leeren Taschen heimfahren – so, wie sie auch schon ihre Gastgeber mit liebevoll gestalteten Souvenirs und Leckereien aus Weißrussland überraschten. Und ab 11. Juli wird dann die nächste Kindergruppe aus Svensk in die Sirksfelder Schule einziehen.