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Im Gespräch mit Praktikern: Marc Henrichmann (2.v.r.) tauschte sich aus mit Mario Rentemeister vom THW, Kreisbrandmeister Christoph Nolte und DRK-Vorstand Christoph Schlütermann (v.l.). Foto: Büro Marc Henrichmann

Gut gerüstet für die nächste Schadenslage

Henrichmann spricht mit Praktikern aus dem Bevölkerungsschutz

Kreis Coesfeld / Coesfeld. Corona hat es deutlich gezeigt: Der Bevölkerungsschutz in Deutschland muss modernisiert werden. Wie genau, dazu hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Positionspapier erstellt. Auch der heimische Abgeordnete Marc Henrichmann hat daran mitgearbeitet. Für die weitere Debatte in Ausschüssen und im Parlament holt er sich die Rückmeldung der Praktiker. In Coesfeld sprach er mit Vertretern von THW, Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz, weitere Gespräche mit Organisationen des Bevölkerungsschutzes sind geplant. Eine Botschaft des ersten Austausches: Klare Kompetenzen und Anreize fürs Ehrenamt stehen ganz oben auf der Prioritätenliste.

Wir müssen die Zuständigkeiten im Bevölkerungsschutz neu ordnen und die Akteure besser miteinander vernetzen“, erklärte Henrichmann. Der Föderalismus habe große Stärken, betonte er. Bei länderübergreifenden Krisen benötige der Bund aber mehr Kompetenzen. Auslöser solcher Krisen könne nicht nur eine Pandemie oder eine Naturkatastrophe sein, sondern auch ein Cyberangriff durch terroristische Hacker. „Auf diese Schadenslagen müssen wir uns vorbereiten.“

Die „kurzen Wege vor Ort“ hob Kreisbrandmeister Christoph Nolte hervor. „Wir helfen einander und ergänzen uns im Kreis Coesfeld“, sprach er das gute Miteinander an. Die technische Vernetzung könnte besser werden, der Datenaustausch untereinander und mit höheren Stellen sei eine Herausforderung. Zudem sprach er „kritische Güter“ wie Schutzausrüstung oder Medikamente an. Diese müssten bevorratet werden, falls Lieferketten zum Beispiel aus Fernost ausfallen – ein Aspekt, der sich auch im Unionspapier wiederfindet.

Nicht zuletzt hängt der Bevölkerungsschutz am Ehrenamt: „Ohne Ehrenamt geht es nicht“, unterstrich Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbands. Er hob die hohe Qualifikation hervor, die die Kräfte mitbringen müssten. „Ehrenamt ist wichtig für das Miteinander in der Gesellschaft. Und Ehrenamt braucht Anerkennung“, erklärte Henrichmann. Der Parlamentarier hielt es für sinnvoll, junge potenzielle Interessentinnen und Interessenten direkt anzusprechen und auf die Organisationen im Bevölkerungsschutz aufmerksam zu machen. „Hier steht noch der Datenschutz im Weg“, wünschte er sich eine pragmatischere Auslegung geltender Regeln.