Großes Interesse an Politik in Deutschland

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Begeisterter Musiker: Patrick Malone am Klavier mit Marc Henrichmann, Marc Seifert, Christine Leibig von der Austauschorganisation AFS und Gastmutter Bettina Seifert (v.r.). Foto: Büro Marc Henrichmann

Großes Interesse an Politik in Deutschland

Junger Amerikaner mit Parlaments-Programm in Dülmen

Dülmen. Allzu viel werde in seiner Schule in den USA nicht über Politik gesprochen, bedauert Patrick Malone. Für ein Jahr ist der 18-Jährige aus Ohio in Dülmen – und holt dort mit Begeisterung eine Menge nach. „Ich sauge alle Neuigkeiten auf und will verstehen, wie Politik in Deutschland funktioniert“, berichtete er dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann.

Der CDU-Politiker besuchte Patrick bei der Familie Seifert, wo er derzeit lebt und sich sehr wohlfühlt, aus gutem Grund: Der junge Amerikaner kam über das Parlamentarische Patenschafts-Programm des Bundestags und des US-Kongresses im Sommer nach Deutschland. Für Henrichmann sind solche Begegnungen junger Menschen gerade in Zeiten schwieriger Beziehungen wichtig. „Der persönliche Kontakt baut Vorurteile ab“, betont er. Und die USA seien nach wie vor einer der wichtigsten internationalen Partner.

Aufgrund deutscher Vorfahren wollte Patrick immer schon Deutschland kennenlernen. Seit August hat er bereits Hamburg gesehen, München und Berlin folgen. In Dülmen besucht er gemeinsam mit seinem Gastbruder Marc das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium, wo er kürzlich den Fünftklässlern in einer Präsentation sein Land vorstellte. Zu Hause ist er in Ohio, wo er auf einer Farm lebt. Dort werden unter anderem Kaninchen gezüchtet. „Die verkaufen wir an Kinder, um ihnen das Landleben näher zu bringen“, erzählt er.

Sehr schön“ und „Spaß“ gehören zu seinen am häufigsten genutzten Vokabeln. „Spaß“ bereitet ihm vor allem die Musik. Ukulele und Trompete brachte er aus Amerika mit, in Deutschland kaufte er sich eine Gitarre. Saxophon, Klavier und Gesang liegen ihm ebenfalls. In der Stadtkapelle Dülmen hat er rasch Anschluss gefunden. Hier spielte er auf dem Flügelhorn schon den Radetzky-Marsch und Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“.

Positiv aufgefallen ist ihm, dass er in Dülmen viele Wege mit Fahrrad oder der Bahn zurücklegen kann. „In Amerika fahren wir immer mit dem Auto“, berichtet er – weshalb viele der deutschen PPP-Teilnehmer in den USA als erstes ein Fahrzeug kaufen. Aktuell sind eine Schülerin aus Olfen und eine junge Berufstätige aus Nottuln mit dem Parlaments-Ticket über den großen Teich geflogen. Wer selbst am Austausch teilnehmen möchte, kann sich ab Mai bewerben unter www.bundestag.de/ppp.