„Für die großen Aufgaben brauchen wir Europa“

Schwimm- und Sporthallen-Sanierung ein Thema in Berlin
20. März 2019
5,5 Milliarden Euro für digitale Schulen
26. März 2019

Beim EU-Projekttag im Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg plädierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann dafür, dass Europa die großen anstehenden Aufgaben gemeinsam angehen sollte. Foto: Büro Marc Henrichmann

Für die großen Aufgaben brauchen wir Europa“

EU-Projekttag am Oswald unter anderem mit MdB Henrichmann

Kreis Coesfeld. Im Europaraum hängen Bilder von Austauschreisen nach Portugal, Frankreich und Großbritannien, als „Europaschule“ blickt das Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld immer über die Grenzen hinaus. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit dem Kontinent, dem drohenden Brexit und der bevorstehenden Europawahl. Deutlich wurde dies beim EU-Projekttag in der Diskussion mit Politikern, darunter der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann.

Der CDU-Politiker stellte sich eine Stunde lang den Schülerfragen, danach ging es auf dem Podium weiter mit dem SPD-Landtagsabgeordneten André Stinka. Angehende Kaufleute für Büromanagement, Groß- und Außenhandelskaufleute sowie Verwaltungsfachangestellte hatten die Gesprächsrunde vorbereitet. Dabei war ein Thema unter anderem die Europawahl, von der sich Henrichmann ein „klares Signal für Demokratie“ erhoffte.

Der Brexit tut ganz Europa weh, vor allem aber Großbritannien selbst“, betonte er mit Blick auf Banken und Unternehmen, die längst lieber auf dem Kontinent investieren. Doch auch exportorientierte Firmen im Kreis Coesfeld müssten Nachteile befürchten. „Für die großen gemeinsamen Aufgaben wie Klimawandel, Integration, Terrorbekämpfung aber auch den Datenschutz brauchen wir Europa“, erklärte der Bundestagsabgeordnete. Allein seien die Staaten Europas zu klein, um von den Großen wie USA und China wahrgenommen zu werden.

Auch nach Frankreich schauten die Schülerinnen und Schüler und erkundigten sich bei Henrichmann, ob Gelbwesten-Proteste in dieser Form in Deutschland denkbar seien. Hierzulande sah der CDU-Politiker bessere Perspektiven als im Nachbarland, zugleich sprach er aber auch die Form der Demonstrationen an. „Ist es noch Protest, wenn Läden geplündert und Autos umgekippt werden?“ Henrichmann forderte einen fairen Diskurs, ohne Gewalt.

Angesprochen wurden die Politiker auf die Schülerdemos „Fridays for Future“. Gut sei es, wenn Jugendliche für den Klimaschutz eintreten, meinte Henrichmann. Die Aufgabe sei aber komplex: „Deutschland hat sich ambitionierte Ziele gesetzt“, erklärte er, verwies aber auch auf die Probleme derjenigen, die beispielsweise im Braunkohlebergbau vom Strukturwandel betroffen seien: „Da hängen wirtschaftliche Existenzen dran“.

Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann und das Landtagsmitglied André Stinka diskutierten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs. Foto: Büro Marc Henrichmann