„Essen auf Rädern“-Fahrer navigieren bald mit Tablets

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Digitalisierung erleichtert viele Lebensbereiche, davon ist Marc Henrichmann überzeugt. Bei Benjamin Wieger, Doris Hinkelmann und Christian Germing (im Uhrzeigersinn) erkundigte er sich nach einem aktuellen, vom Bund geförderten Projekt der Caritas. Screenshot: Büro Marc Henrichmann

Essen auf Rädern“-Fahrer navigieren bald mit Tablets

Förderung macht es möglich / Henrichmann: Programm zur rechten Zeit

Kreis Coesfeld. Mit Tablets navigieren die ehrenamtlichen Fahrer des „Essens auf Rädern“ künftig schneller und bequemer durch Dülmen und Lüdinghausen. Möglich machen es fast 8.000 Euro Bundesmittel aus der Sondermaßnahme „Ehrenamt stärken. Versorgung sichern“, die der Caritasverband Coesfeld erhalten hat. Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann informierte sich in einer Videoschalte mit der Caritas, wie Digitalisierung die Arbeit erleichtert. Vorstand Christian Germing, Doris Hinkelmann, Ressortleiterin Pflege und Begleitung, sowie Benjamin Wieger, stellvertretender Leiter der Sozialstation Dülmen, gaben Auskunft.

Der Bund hilft Initiativen, die sich auf dem Lande für die nachbarschaftliche Versorgung mit Lebensmitteln engagieren“, erklärte Henrichmann. Dies sei in Corona-Zeiten umso notwendiger, betonte der CDU-Politiker. Das Programm „Digital durch die Pandemie“ sei deshalb zur rechten Zeit gekommen – was Benjamin Wieger bestätigte. „Das Thema Digitalisierung treibt uns nicht erst seit Corona um, doch das Virus war ein Beschleuniger“, stellte er fest. Durch die Förderung laufe der Prozess nun noch ein bisschen schneller.

Anliegen der Caritas war es, den Fahrerinnen und Fahrern die Auslieferung des Essens zu erleichtern. Denn einerseits konnten Ehrenamtliche, die zu Risikogruppen gehören, ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Und andererseits nahm die Zahl derjenigen, die sich Essen nach Hause liefern lassen wollten, deutlich zu. Dank der Tablets müssen die Fahrer ihre Routenpläne nun nicht mehr persönlich in der Sozialstation abholen. „Das spart Wege und Kontakte“, erklärte Wieger. Zudem können Strecken schneller aktualisiert werden.

Seit Mitte November richtet die Caritas die Tablets ein. Die Fahrerinnen und Fahrer werden sukzessive in die neue Technik eingeführt. „Die geplante Gruppenschulung mit 135 Ehrenamtlichen war wegen der Kontaktbeschränkungen nicht möglich“, berichtete Doris Hinkelmann. Diese Beschränkungen bereiten ihr durchaus Sorge, Einsamkeit sei ein zunehmendes Problem. Doch auch hier kann Technik Distanzen überwinden helfen. Germing berichtete schon von einem weiteren Projekt, bei denen ehrenamtliche Technikbotschafter Seniorinnen und Senioren im Umgang mit modernen Medien schulen.