Eine geheimnisumwobene Kunst

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Marc Henrichmann (l.), Elke Schlüter und der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Möllmann vor dem Färbebrunnen in der Werkstatt in Lüdinghausen. Foto: Büro Marc Henrichmann

Eine geheimnisumwobene Kunst

MdB Marc Henrichmann bei Blaudruckerin Elke Schlüter

Lüdinghausen. „Er kann hexen und blaufärben“ wurde früher über jene Zeitgenossen geraunt, die sich darauf verstanden, Tücher mit Indigo zu färben. Mysteriös schien die Drucktechnik, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Blaudruckerei nicht mehr ganz so geheimnisumwittert. Und so gewährte Blaudruckerin Elke Schlüter dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann in Lüdinghausen Einblicke in ihr Handwerk.

Blaudrucker haben einfach Ahnung von Chemie“, berichtete Elke Schlüter. Das erschien in früheren Jahrhunderten vielen suspekt. Sie selbst bedruckt schon seit 40 Jahren Tücher mit einer Methode, die holländische Seeleute im 17. Jahrhundert mitsamt dem Farbstoff Indigo aus Indien nach Europa brachten.

Der Besuch des CDU-Politikers hatte einen guten Grund: Im Mai trafen sich die Blaudruckerin und der Bundestagsabgeordnete bereits in Berlin, wo die UNESCO das ebenso alte wie seltene Handwerk als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt hatte. „In Deutschland erfüllen gerade einmal neun Blaudruckereien die Vorgaben der UNESCO“, berichtete sie. Die Zeiten, als jeder Ort seinen Blaufärber hatte, sind lange vorbei.

Umso stolzer ist Henrichmann darauf, dass eine Werkstatt aus seinem Wahlkreis an der Auszeichnung beteiligt war. Elke Schlüter berichtete indes schon von weiteren Plänen. Sie wird mit dabei sein, wenn der Zaun des UNESCO-Sitzes in Paris mit Stoffen behangen wird – die natürlich mit Indigo gefärbt werden.