„Denkfabrik“ stellt den Heimatbegriff in den Mittelpunkt

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Sprachen über die aktuelle Förderung, den Heimatbegriff und den gesellschaftlichen Zusammenhalt: Dr. Jörg Albrecht, Marc Henrichmann und Fiona Dummann vom Center of Literature. Screenshot: Büro Marc Henrichmann

Denkfabrik“ stellt den Heimatbegriff in den Mittelpunkt

Henrichmann: „Bund fördert Center for Literature auf Burg Hülshoff“

Havixbeck. Mehrfach in diesem Jahr überbrachte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann dem Center for Literature auf Burg Hülshoff gute Nachrichten. Mit 250.000 Euro fördert der Bund das Projekt „Droste digital“, 1,5 Millionen Euro gibt er für die „Droste Residenz“. Diesmal ging es um eine vergleichsweise kleine Summe: 7.500 Euro fließen aus dem Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“ nach Havixbeck. Mit dem Künstlerischen Leiter Dr. Jörg Albrecht sprach der CDU-Politiker per Videochat über Kultur im Lockdown, politische Bildung und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Die neuerliche Finanzspritze verwendet das Center für den Auftakt eines Konferenzformats, wobei Dr. Albrecht lieber von einer „Denkfabrik“ oder einem „Diskursforum“ spricht. Am 15. April soll die Veranstaltung stattfinden, falls es Corona nicht anders zulässt als Streaming oder Aufzeichnung vor Ort. „Und seitab liegt die Stadt“, ein Zitat aus einem Gedicht Theodor Storms, ist das Förderprogramm überschrieben, mit dem das Literarische Colloquium Berlin (LCB) Literaturveranstaltungen auf dem Land unterstützt. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) und werden dem LCB über die Kulturstaatsministerin (BKM) zur Verfügung gestellt.

Den Begriff der „vielen Heimaten“ will Dr. Albrecht in den Mittelpunkt stellen. „Wo sind wir zu Hause? Wem fühlen wir uns zugehörig?“: Dabei fehlt es nicht an Bezügen zu Annette von Droste-Hülshoff. Die Frage nach Heimat und dem Gegensatz zwischen Stadt und Land – an der Schnittstelle zwischen Münster und dem Münsterland liegen solche Themen auf der Hand. Auch den Politiker beschäftigen die unterschiedlichen Perspektiven von Menschen aus der Großstadt und vom Lande, zum Beispiel auf die Landwirtschaft. „Wichtig ist, dass wir weniger polarisieren und mehr zusammenführen“, meinte Henrichmann. Beide wünschten sich eine bessere Debattenkultur und sahen in politischer Bildung einen Schlüssel dazu.

Menschen in den Dialog miteinander zu bringen, funktioniert im persönlichen Gespräch am besten. In Corona-Zeiten greift das Center for Literature aber zwangsläufig auf digitale Formate zurück, wobei Dr. Albrecht das Erlebnis der Burg vermisst. Dort wird sich im kommenden Jahr baulich einiges tun: Mit der „Droste Residenz“ entstehen 13 Wohneinheiten für Teilnehmer des Kölner Studiengangs „Literarisches Schreiben“.