Den Mensch in den Mittelpunkt stellen

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Wie neues Leben in den Bispinghof einzieht, berichteten Roswitha Krusch-Oest (4.v.l.) und Matthias Grenda (2.v.r.) dem Abgeordneten Marc Henrichmann (3.v.l.) sowie Franziska Ruwe von der CDU-Kreistagsfraktion, Bürgermeisterin Sonja Schemmann, Nordwaldes CDU-Fraktionschef Tobias Elshoff und der Vorstandsvorsitzende Jonas Hülskötter (v.l.). Foto: Büro Marc Henrichmann

Den Mensch in den Mittelpunkt stellen

Wie der Bispinghof mit Leben gefüllt wird / Henrichmann auf Sommertour

Nordwalde. Der Bispinghof gilt als Keimzelle Nordwaldes und als wahres Schmuckstück. Die Bürgerstiftung Bispinghof renoviert das Kleinod und will das Herrenhaus mit Leben füllen. Dafür gibt es viele Ideen und Pläne: Heimat für Vereine und ein Biografiezentrum können hier entstehen. Einzelheiten erfuhr der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann bei seiner Wahlkreis-Sommertour direkt vor Ort.

2012 hatte die Bürgerstiftung den Bispinghof gekauft. In diesen Tagen werden mit großem ehrenamtlichen Engagement unter anderem die Küche renoviert, das Erdgeschoss gestrichen und der Holzboden renoviert. „Gefördert werden aber nicht nur Steine, sondern vor allem Inhalte“, betonte Roswitha Krusch-Oest, Vorsitzende der Stiftung, im Gespräch mit dem CDU-Politiker. Gute Chancen sieht sie auf Mittel aus dem NRW-Programm „Heimat-Zeugnis“, das die Aufarbeitung und Präsentation lokaler Geschichte unterstützt.

Für Inhalte steht nicht zuletzt Matthias Grenda, Initiator der Nordwalder Biografietage. Für ihn sind Biografien zu oft eine „Aneinanderreihung von Höchstleistungen“, zu selten eine „ernsthafte Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben“. Gerade dies sei aber nicht nur spannend, sondern auch ein Ansatz, mit dem sich Nordwalde abheben könne. „Burgen und Schlösser haben auch andere. Wir stellen den Mensch in den Mittelpunkt“, erklärte Grenda.

Der Macher der Biografietage möchte den Dialog fördern, den „Austausch von Lebensgeschichten und Lebenserfahrung“. Für Henrichmann ist das dringend notwendig: „Das Miteinander von Jung und Alt, beispielsweise im Zusammenspiel im Verein, darf der Gesellschaft nicht verloren gehen“, erklärte er. Zwar werde der Politik häufig ein Defizit in Sachen Kommunikation nachgesagt. „Ich nehme aber jede Einladung an, um zum Beispiel mit jungen Menschen zu diskutieren“, so der Abgeordnete. Politiker seien gefordert, die Komplexität hinter den Schlagzeilen zu verdeutlichen.

Bürgermeisterin Sonja Schemmann stellte kritisch fest, dass echte Kommunikation in den sozialen Medien häufig kaum noch möglich sei. Und auch Henrichmann fand, dass Meinung nicht nur mit der Tastatur gemacht werden sollte: „Wir müssen mehr reden“.