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Im neuen Betreuungskombi berichtete Christoph Schlütermann dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann, wie das Rote Kreuz das Rote Kreuz für die Sicherheit der Bürger sorgt. Foto: Büro Marc Henrichmann

Billerbecker Rotes Kreuz bei Pilotphase mit dabei

DRK zeigt MdB Henrichmann neues Fahrzeug / Sorgen ums Ehrenamt

Billerbeck. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Billerbeck ist stolz auf das neues Fahrzeug für den Katastrophenschutz: Der Kreisverband hat einen von 25 „Betreuungskombis 2.0“ in NRW erhalten, geparkt und gepflegt wird das Fahrzeug beim Ortsverband. In einer einjährigen Pilotphase testet das DRK das für den Transport unverletzter, aber nicht gehfähiger Personen bestimmte Auto. Die Mitglieder des Roten Kreuzes berichteten dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann auf dessen Sommertour aber auch von ihren Sorgen. Neue Ausbildungsverordnungen könnten das Ehrenamt behindern.

Weltkriegsbomben werden scheinbar immer in der Nähe eines Altenheims oder eines Krankenhauses, aber nie in einem Park gefunden“, stellte Henning Wiesmann, Chef des DRK Billerbeck, augenzwinkernd ein erstaunliches Phänomen fest. Als Folge werden Katastrophenschützer zu solchen und ähnlichen Einsätzen, darunter Großbränden, gerufen. Sie evakuieren große Gebäude und ganze Wohngebiete und kümmern sich um die Bewohner. Für diesen Zweck hat der neue Betreuungskombi einen erheblich „höheren Einsatzwert“ als das Vorgängermodell, erklärte Michael Hofmann, Leiter Rettungsdienst beim Kreis-DRK, dem CDU-Politiker. Beispielsweise können bis zu vier Rollstuhlfahrer hiermit sicher befördert werden.

Das Rote Kreuz im Kreis Coesfeld steht aber nicht nur für den Katastrophenfall bereit, sondern unterstützt auch den Rettungsdienst, um Einsatzspitzen abzudecken. Auf „eine Millionen Vorhaltestunden“, so DRK-Kreisvorstand Christoph Schlütermann, komme das DRK, „damit die Bürger rundum abgesichert sind“. Ohne Ehrenamtliche sei das nicht möglich.

Das lässt die Helfer mit Sorge auf neue Ausbildungsverordnungen blicken. Nach der werden die geprüften Inhalte in der Ausbildung der Rettungshelfer nicht mehr auf die Ausbildung der Rettungssanitäter angerechnet. „Uns droht der Verlust von Ehrenamtlichen. Für sie ist es unattraktiv, ähnliche Inhalte zweimal zu erlernen“, befürchtete Schlütermann. Außerdem ersetzt der Notfallsanitäter den bisherigen Notfallassistenten. Trotz der hochwertigen, in drei Jahren erworbenen Qualifikation soll weiterhin ein Notarzt ausrücken müssen. Nötig sei das in vielen Fällen nicht: Die „112“ werde zwar immer häufiger gewählt, „mit Lebensrettung haben aber viele Einsätze nichts mehr zu tun“, berichtete Kreisverbandsarzt Dr. Alexander Sicking.

Henrichmann wird die Anliegen des DRK in Berlin mit seinen zuständigen Fachkollegen in der Fraktion besprechen. Dann wird es auch um die vom Roten Kreuz gewünschten bundeseinheitlichen Regelungen im Katastrophenschutz gehen. Denn aktuell seien Einsätze über Kreis- und Landesgrenzen wegen unterschiedlicher Standards häufig kompliziert.