„Belarus ist nicht vergessen“

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Auch Deutschland steht an der Seite der Opposition in Belarus. Das verdeutlichten die CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann und Michael Brand sowie die Referentin Beate Wurmbach im Gespräch mit Irina Grouchevaia und Thomas Bücking. Screenshot: Büro Marc Henrichmann

Belarus ist nicht vergessen“

Abgeordnete im Gespräch mit Tschernobyl-Hilfe und Oppositioneller

Coesfeld. Tausende Menschen protestieren in Belarus gegen das Regime von Machthaber Lukaschenko. Für ihren friedlichen Protest erhielt die Opposition den Sacharow-Preis, deren bekannteste Vertreterin Swetlana Tichonowskaja sprach mit Bundespräsident Steinmeier und Bundestagspräsident Schäuble. „Belarus ist nicht vergessen“, unterstrich deshalb der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann in einer Videokonferenz mit Irina Grouchevaia von der Organisation „Kinder von Tschernobyl“, dem CDU-Menschenrechtsexperten Michael Brand und Thomas Bücking von der Kinderhilfe Tschernobyl Coesfeld.

Bücking hatte Henrichmann aus Sorge angesprochen, dass die Ereignisse in Belarus in Medien und Politik in den Hintergrund rückten. Der heimische Parlamentarier vermittelte daraufhin den Kontakt zum menschenrechtspolitischen Sprecher der Unionsfraktion. Und Michael Brand zerstreute die Befürchtung, Europa könnte sich von Belarus abwenden, im Gegenteil. „Wir haben uns unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft auf einen Mechanismus von Sanktionen gegen Menschenrechts-Verletzer und deren Hintermänner geeinigt“, berichtet er. „Lukaschenko steht ganz oben auf der Liste.“ Einreiseverbote und Kontensperren seien mögliche Maßnahmen.

Bewegend berichtete Irina Grouchevaia, die im Exil in Berlin lebt, aus ihrem Heimatland. Sie schilderte die Gewalt, die Verhaftungen und die Unterdrückung, aber auch die Hoffnung. Ihre Initiative „Kinder von Tschernobyl“ habe gemeinsam mit ausländischen Partnern vielen Kindern und Jugendlichen Ferien im Ausland ermöglicht. „600.000 Kinder haben wir in die Welt geschickt“, erzählte sie. So lernten viele der gerade einmal 9,5 Millionen Einwohner Freiheit und Demokratie kennen – was sich nun bei den Protesten bemerkbar macht: „Das ist unser Garten der Hoffnung, den wir hegen und pflegen“, umschrieb sie es.

Sie hoffte, dass deutsche Politiker Kontakt halten zu Nicht-Regierungsorganisationen aus Belarus. Dies geschehe bereits, versicherte Brand, bat aber um weitere Ansprechpartner. Und die gewünschte Erleichterungen bei der Einreise seien ebenfalls möglich für Menschen, die verfolgt werden: „Wir vergeben humanitäre Visa“, betonte er. Auch Henrichmann sicherte zu, das Thema Belarus im Blick zu behalten – mit Thomas Bücking, der über vielfältige Kontakte in das Land verfügt, tausche er sich ohnehin regelmäßig aus.