Backstage auf der Freilichtbühne

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Über einen riesigen Fundus von 3.000 bis 4.000 Kostümen verfügt die Freilichtbühne. Einige davon zeigte Brigitte Schumacher dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Foto: Büro Marc Henrichmann

Backstage auf der Freilichtbühne

MdB Marc Henrichmann: „Wir wollen das Ehrenamt entlasten“

Billerbeck. Das Ehrenamt ist vielfältig – und unbedingt unterstützenswert, wie der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann betont. Eine besondere Facette erlebte der CDU-Politiker bei seiner Sommertour durch den Wahlkreis in Billerbeck. Dort nahm er an einer Backstage-Führung der Freilichtbühne teil. „Das Zusammenspiel von Alt und Jung ist einfach unbezahlbar“, meinte er nach dem Rundgang anerkennend.

Beeindruckt war Henrichmann davon, wie rührig die Vereinsmitglieder sind – Bürokratie kann die Theatertruppe da eher nicht gebrauchen. Einigen Aufwand bringt allerdings das Steuerrecht mit sich, wie Geschäftsführer Klaus Wallocha berichtete: An den Einnahmen aus der kleinen, nur während der Vorstellungen geöffneten Gastronomie ist nämlich der Fiskus beteiligt. „Das ist Geld, das wir über Zuschüsse ohnehin wiederbekommen“, ist dies aus seiner Sicht kaum sinnvoll. Zudem sei der Verein kein auf Gewinn getrimmter Wirtschaftsbetrieb. Bei Henrichmann stieß er damit auf offene Ohren. „Wir wollen Ehrenamtliche entlasten“, betonte er. Deshalb sei er zu diesem Thema im Gespräch mit Finanzpolitikern in Berlin. Schließlich seien davon viele Vereine im Wahlkreis betroffen.

Auf der Billerbecker Bühne haben alle ihre Aufgabe. Jedes Kostüm wird selbst genäht, manche Helfer haben Spaß am Schminken, es gibt Bastler und Tüftler für die Technik und natürlich die Schauspieler. 25 von ihnen stehen bei „Wagners Ring der Nibelungen“ auf der Bühne, sogar 40 sind es beim aktuellen Kinderstück, dem „kleinen Gespenst“. Das Niveau ist hoch: Für Kampf- und Tanzszenen beschäftigt die Bühne eigene Choreografen, die Regisseure sind echte Profis. Einen Fachkräftemangel verspürt aber auch die Freilichtbühne: „Wir bräuchten weitere Handwerker für den Kulissenbau“, berichtete Wallocha.

Über die Studiobühne, die 70 Theaterfreunden in gemütlicher Atmosphäre Platz bietet, und den Kostümfundus mit geschätzt 3.000 bis 4.000 Kleidern ging es auf die große Freilichtbühne. „Bei 800 Zuschauern sind wir ausverkauft“, erzählte Brigitte Schumacher, die zu den dienstältesten Kräften gehört. Doch auch in der Schulaula in Billerbeck, in Vreden und selbst auf Norderney tritt das Ensemble auf. Darüber hinaus denkt die Freilichtbühne an Menschen mit Behinderung. „Wir führen beide Stücke der Saison je einmal mit Gebärdendolmetscher auf“, berichtete Brigitte Schumacher. Fürs kommende Jahr ist zudem ein barrierefreier Aufgang inklusive Aufzug geplant.

Auf den „Steinen, die die Welt bedeuten“: Klaus Wallocha (r.) führte Marc Henrichmann (l.) und Vertreter der Billerbecker CDU auf die Freilichtbühne. Foto: Büro Marc Henrichmann