Auf die diplomatische Karte setzen

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Über Konfliktlösungen unterhielt sich MdB Marc Henrichmann (2.v.l.) mit Dr. Christa Degemann-Lickes, Roger Reinhard, Klaus-Gerd Greiff und Robert Hülsbusch (v.l.) vom AFG-Friedenskreis. Foto: Büro Marc Henrichmann

Auf die diplomatische Karte setzen

MdB Marc Henrichmann tauscht sich mit Friedenskreis aus

Havixbeck. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich der Friedenskreis der Anne-Frank-Gesamtschule und hat in dieser Zeit viele sichtbare Spuren in Havixbeck hinterlassen. Die Stolpersteine zählen dazu oder die Stele für Ivonne Gerson. Über die Erinnerungsarbeit vor Ort hinaus blickt der Verein auch auf die Unruheherde in der Welt. Internationale Krisen und wie sie zu bewältigen sein könnten, waren jetzt ein Thema im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann.

Wenn es um Konfliktlösungen geht, waren sich der CDU-Politiker und der Friedenskreis, vertreten durch die Vorsitzende Dr. Christa Degemann-Lickes, Robert Hülsbusch, Klaus-Gerd Greiff und Roger Reinhard, grundsätzlich einig: „Wir müssen auf die diplomatische Karte setzen“, machte Henrichmann am Beispiel Iran deutlich. Er beobachte die Situation mit Sorge und befürchte, dass die Kündigung des Atomabkommens seitens der USA jene Kreise im Iran stärkt, die das Atomprogramm fortsetzen wollen.

Henrichmann, der im Innenausschuss des Bundestags unter anderem für politische Bildung und Stiftungen zuständig ist, hob die Bedeutung von Begegnungen für die Friedensarbeit hervor, um Feindbilder aufzubrechen. Jugendliche, die an Austauschprogrammen teilnehmen, sieht er als wichtige „Botschafter der Verständigung“. Auch im Wahlkreis erlebe er ein zunehmendes Interesse an Politik und die Bereitschaft, sich zu engagieren: Viele junge Menschen seien wach gerüttelt worden durch die Krisen in der Welt, durch Politiker wie Trump, Putin und Erdogan und durch das Erstarken der AfD.

Das Verhältnis zu Russland, Rüstungsexporte und der Atomwaffenverbotsvertrag waren weitere Themen. Die Friedenskreis-Mitglieder setzten auf Menschen, „die nicht müde werden, unerschrocken friedliche Konfliktlösungen einzufordern“. Deutschland solle mutig sagen, dass es nicht zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Rüstung ausgeben werde, meinte Hülsbusch. „Wir haben erheblichen Investitionsbedarf bei der Bundeswehr“, stellte Henrichmann dazu fest. Er wünsche sich eine genaue Bestandsaufnahme und eine Abstimmung mit den europäischen Partnern.

Der CDU-Abgeordnete betonte, dass Bedrohungen wie jene durch den IS oder Boko Haram in Nigeria nachdenklich machten. „Um ziviles Leben zu schützen“ sei nach seiner Überzeugung auch Militär notwendig.