Zu viel Bürokratie hinterm Tresen

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Seine Unterstützung für den Mittelstand versprach Marc Henrichmann der Dehoga-Geschäftsführerin Renate Dölling sowie Matthias Rulle vom Brauhaus Stephanus in Coesfeld, Thomas Lindfeld, Hotel und Gaststätte Lindfeld in Ottmarsbocholt, Arnold Arning vom Landgasthof Arning in Nottuln und Tinus Niehoff (hinten v.l.) von der Weißenburg. Foto: Büro Marc Henrichmann

Zu viel Bürokratie hinterm Tresen

Gastronomen im Gespräch mit MdB Marc Henrichmann

Billerbeck. Zu wenig Mitarbeiter, dafür viel Bürokratie und jede Menge Dokumentationspflichten: Nicht wenige Gastronomen im Münsterland verbringen mehr Zeit am Schreibtisch als beim Gast. Diese Eindrücke nahm der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann aus Billerbeck mit nach Berlin. In der Weißenburg tauschte er sich mit Vertretern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) und der münsterländischen Gastronomie aus.

Der Wunsch nach Bürokratieabbau begegnet dem CDU-Politiker häufig bei seinen Gesprächen im Wahlkreis, vor allem bei Terminen in inhabergeführten kleineren und mittleren Unternehmen. „Das gesellschaftliche Klima für Veränderungen ist günstig“, zeigte er sich optimistisch. In der Unions-Fraktion, zum Beispiel im Parlamentskreis Mittelstand, sieht Henrichmann viele gleichgesinnte Kollegen. „Schwellenwerte“ könnten kleinere Betriebe entlasten – bestimmte Pflichten gelten dann erst ab einer bestimmten Größe.

Wie es aktuell in den Hotels und Gaststätten aussieht, berichteten Gastronomen aus ihrer Praxis. Die Klagen reichten vom täglichen Zählprotokoll, in dem jede Münze in der Kasse erfasst werden muss, über unterschiedliche Mehrwertsteuersätze bis hin zu hohen Steuern und Abgaben. Diese ließen vom Umsatz kaum etwas übrig. Auch zu starre Arbeitszeiten seien ein Problem in einer Branche, in der vor allem abends und an Wochenenden viel zu tun ist. „Unsere Mitarbeiter sollen nicht mehr, sondern flexibler arbeiten“, erklärte Renate Dölling, Geschäftsführerin des Dehoga Münsterland.

Unternehmensnachfolger zu finden, fällt unter diesen Voraussetzungen schwer. Und auch Mitarbeiter sind knapp. Ausländische Kräfte sind deshalb sehr gefragt. „Bei mir im Betrieb arbeiten zwölf Nationen“, hat der Dehoga-Kreisvorsitzende Matthias Rulle gute Erfahrungen gesammelt. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das die Bundesregierung noch in diesem Jahr vorlegt, könnte den Betrieben bei der Mitarbeitersuche helfen. Henrichmann sicherte seine Unterstützung zu: „Der Mittelstand, nicht nur in der Gastronomie, ist die tragende Säule in Deutschland“.