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Im Dialog mit den Landwirten aus Nottuln und Umgebung: Mit den heimischen CDU-Kollegen aus dem Landtag informierte sich Marc Henrichmann über die Sorgen der Bäuerinnen und Bauern. Foto: Büro Marc Henrichmann

Wucht der Bauerndemo beeindruckte Politiker

Nottulner Landwirte diskutieren mit heimischen Parlamentariern

Nottuln. Sie waren vor allem gekommen, um zuzuhören: Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann und seine CDU-Kollegen aus dem Landtag, Wilhelm Korth und Dietmar Panske, stellten sich jetzt auf dem Hof Lohaus mehr als 30 Landwirten aus Nottuln und Umgebung. Eine ganze Menge Themen brennen den Bäuerinnen und Bauern unter den Nägeln, vom „Bauern-Bashing“ über die Düngeverordnung bis hin zum Strukturwandel, der Familienbetriebe bedroht.

Dass die Landwirte in den Parlamentariern aus dem ländlichen Raum engagierte Interessenvertreter haben, betonten alle drei Abgeordneten. Doch wie sieht es mit deren Fraktionskollegen aus den Ballungszentren aus? „Die Wucht der Bauerndemo in Berlin hat für einen Aha-Effekt gesorgt, weit über den Kreis der Fachpolitiker hinaus“, stellte Henrichmann fest und appellierte an die Bäuerinnen und Bauern: „Bleiben Sie am Ball, wir brauchen Ihren Sachverstand“. Das haben die heimischen Landwirte auch vor: „Wir kommen wieder nach Berlin“, versprach Heinrich Buxtrup aus Nottuln.

In dem von Dirk Mannwald von der Nottulner CDU moderierten Gespräch wurde lebhaft über die Düngeverordnung diskutiert. Ein Nitratproblem gebe es zwar, aber allenfalls punktuell, nicht flächendeckend, zeigten sich die Politiker einig. „Die örtlichen Wasserwerke haben kein Problem mit Nitrat“, betonte Stefan Büssing aus Nottuln, auch die Werte im heimischen Brunnen seien völlig unbedenklich, ergänzte Susanne Strätker aus Darup. Dennoch seien weite Teile des Kreises Coesfeld „rot“ gekennzeichnet – mit entsprechenden Konsequenzen für die Landwirte.

Dem nimmt sich die Landes-CDU in Düsseldorf an: „Aktuell wird jede Messstelle mit einer zu hohen Belastung überprüft“, berichtete Wilhelm Korth, auch um die Ursache der Belastung herauszufinden. Der Agrarpolitiker kritisierte Standorte einiger Messstellen, zum Beispiel direkt neben dem Auslauf einer Kleinkläranlage. „Das lassen wir nicht mehr mit uns machen“, betonte er. Zudem sollen 200 zusätzliche Messstellen in Nordrhein-Westfalen für ein klareres Bild sorgen – nämlich dafür, dass bislang „rote Grundwasserkörper“ differenzierter betrachtet werden können.