Wert auf Sprachkenntnisse legen

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In Coesfeld tauschte sich der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann (3.v.r.) mit Vertretern von Flüchtlingsinitiativen aus, darunter Dr. Dörthe Schilken (Mitte), Andreas Tinnefeld (2.v.r.) und Ludger Schulte-Roling (r.). Foto: Büro Marc Henrichmann

Wert auf Sprachkenntnisse legen

MdB Henrichmann im Gespräch mit Initiativen aus dem Kreis Coesfeld

Kreis Coesfeld. Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Auch wenn nach Einschätzung von Flüchtlingsinitiativen die meisten Geflüchteten im Alltag sprachlich gut zurecht kommen, bleibt das Lesen und Schreiben in lateinischer Schrift eine große Hürde. Besonders Frauen tun sich schwer, Deutschkurse zu besuchen, erfuhr der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann bei einem Gespräch mit Initiativen aus Coesfeld, Dülmen und Havixbeck. Für den CDU-Politiker ist klar: „Wer die Sprache nicht spricht, verliert den Anschluss“. Er warnte vor Parallelgesellschaften: „Wir müssen klar machen, dass wir Wert auf die Sprache legen“

Ihr „kulturelles Selbstverständnis“ führe aus Sicht von Dr. Dörthe Schilken manchmal dazu, dass Frauen nicht an Sprachkursen teilnehmen. „Einige von ihnen fühlen sich in erster Linie für Haushalt und Kinder zuständig und benötigen aus ihrer Sicht weniger Außenkontakte“, stellte die Mitarbeiterin der Ökumenischen Flüchtlingsinitiative Dülmen (ÖFID) fest. Dabei übersähen sie, dass auch die Erziehung des Nachwuchses ohne Sprachkenntnisse schwierig sei – zum Beispiel wenn ein Gespräch in der Schule ansteht.

Viele junge Flüchtlinge seien aber motiviert und bereit zu lernen. Sie wagten eine Ausbildung, trotz hoher sprachlicher Anforderungen in den Berufskollegs. Die Initiativen regten deshalb Patenschaften in Schulen und in der Ausbildung an: „Deutsche Schüler und Gesellen könnten Nachhilfe geben“, schlug Ludger Schulte-Roling von der Coesfelder Initiative vor.

Für Henrichmann sind Migration und Fachkräftezuwanderung ständige Themen im Wahlkreis, auch weil viele Unternehmen neue Mitarbeiter suchen – die deutsch können sollten. Das Niveau in den Sprachkursen sei höchst unterschiedlich, berichteten die ehrenamtlichen Helfer. Hoch seien auch die Anforderungen an die Lehrenden und die vorgegebenen Mindestteilnehmerzahlen, weshalb Kurse vor Ort oft nicht zustande kämen. „Dann sollen Sprachschüler nach Münster oder Coesfeld fahren“, bedauerte Andreas Tinnefeld, Sprecher der Initiative INCA plus aus Havixbeck.