Viele Fragen nach dem Leben in Amerika

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Auch um die Politik in Amerika und Europa drehte sich das Gespräch zwischen dem 18-jährigen Cullen Shepherd und dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Foto: Büro Marc Henrichmann

Viele Fragen nach dem Leben in Amerika

Cullen Shepherd besucht Gesamtschule Olfen / Treffen mit Henrichmann

Olfen. Das Klischee von den Deutschen in Lederhosen und Dirndl ist in den USA durchaus verbreitet. Das gibt Cullen Shepherd unumwunden zu. Der 18-Jährige aus Colorado Springs wusste dagegen schon im Vorfeld, dass er diese Tracht in Olfen eher nicht zu sehen bekommen würde. Als Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses hat er ein umfangreiches Auswahlprogramm durchlaufen. Auch dadurch war er bestens auf sein Gastland vorbereitet.

Im Leohaus traf er sich jetzt mit dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Der CDU-Politiker hat als Parlamentarier in seinem Wahlkreis Coesfeld / Steinfurt II die Patenschaft für das Programm übernommen. „Begegnungen junger Menschen sind gerade in Zeiten schwieriger Beziehungen wichtig“, betont er. Der persönliche Kontakt baue Vorurteile ab, und die USA seien nach wie vor einer der wichtigsten internationalen Partner.

Ein Jahr verbringt Cullen in Deutschland, die meiste Zeit davon in Olfen. Hier besucht er die Wolfhelm-Gesamtschule, wo er besonders den Mathe-Unterricht mag. „Meine Mitschüler fragen mich viel nach dem Leben in Amerika, auch nach Donald Trump“, berichtet er. Cullen stellt in seiner Heimat eine „gefährliche Stimmung“ fest. „Unsere Politiker müssen besser aufpassen, was sie sagen und machen“, findet er.

Dass die Politik auch in Europa vor Herausforderungen steht, ist dem jungen Amerikaner nicht entgangen. Wie die Menschen im Wahlkreis denn den Brexit sähen, möchte er von Henrichmann wissen. „Die ärgern sich über das Theater“, erklärt der Abgeordnete. Die Unfähigkeit, eine klare Entscheidung zu treffen, hält er für „ein Riesenversagen des britischen Parlaments“, letztlich mit gravierenden Folgen: „Der Brexit wird uns allen wehtun“.

Ein Aufenthalt in Deutschland mit dem PPP besteht aber nicht nur aus Schule und Politik. Cullen, der bei Familie Sandfuchs wohnt, spielt gerne Basketball und besucht Konzerte. Eine seiner Lieblingsband, The Kooks, erlebte er gemeinsam mit Mitschülern in Bochum. Das PPP ermöglicht auch Schülern und jungen Berufstätigen aus dem Kreis Coesfeld, die USA kennenzulernen. Derzeit sind eine Schülerin aus Olfen und eine junge Berufstätige aus Nottuln in Amerika. Wer am Austausch teilnehmen möchte, bewirbt sich ab Mai unter www.bundestag.de/ppp.