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Über intelligente und klimaschonende Mobilität im Kreis Coesfeld diskutierte Marc Henrichmann mit Mathias Raabe. Foto: Büro Marc Henrichmann

Viel Potenzial beim Radverkehr

Henrichmann spricht mit Mobilitätsmanager: Die Bahn auch mal „nerven“

Kreis Coesfeld. Mobilität ist das Zukunftsthema für ländliche Räume. Wie Menschen intelligent und klimaschonend von A nach B kommen, beschäftigt auch die Bundespolitik. Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann informierte sich bei Mathias Raabe, Mobilitätsmanager des Kreises Coesfeld, über aktuelle Maßnahmen und Projekte in der Region. „Gerade im Radverkehr steckt viel Potenzial, um Berufspendler zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad oder Pedelec zu motivieren“, stellte Raabe fest. Auch um Expressbusse, verständlichere ÖPNV-Tarife und den Bahn-Ausbau ging es in dem Gespräch.

Die für die Region so wichtige Strecke zwischen Münster und Lünen sei für die Deutsche Bahn eher unbedeutend, räumte Henrichmann ein. Dies habe das Unternehmen immer wieder erklärt. Der Ausbau würde wohl nicht in Angriff genommen, „wenn wir nicht als CDU-Abgeordnete aus dem Münsterland im Bahn-Tower auch mal genervt hätten“. Er versprach, weiter am Ball zu bleiben. Um die Bahn attraktiver zu machen, brauche es darüber hinaus eine bessere Taktung sowie günstigere und verständlichere Tarife. Eine Findungskommission werde sich für eine Tarifoffensive auf den Weg machen, kündigte Raabe an.

Aktuell legten die Menschen im Kreis Coesfeld noch knapp die Hälfte aller Wege mit dem Auto zurück, etwa ein Viertel mit dem Rad. „Bei Alltagsstrecken von bis zu zehn Kilometern könnte es mehr sein“, erklärte er. Wie Radeln auch für Pendler attraktiver werden kann, soll ein kreisweites Radverkehrskonzept beleuchten, das Anfang kommenden Jahres fertiggestellt wird. Es gehe darum, das Veloroutennetz der Stadtregion Münster zu ergänzen. In dessen Rahmen würden attraktive, gut ausgebaute Radwege aus den Umlandkommunen nach Münster entwickelt. „Mittelfristig möchten wir auch den Betriebsweg entlang des Dortmund-Ems-Kanals bis Olfen fahrradtauglich ausbauen und asphaltieren“, kündigte er an.

Von Olfen nach Münster in weniger als einer Stunde – statt bisher 75 Minuten – könnte es ein ExpressBus schaffen, der eine Weiterentwicklung der aktuellen SchnellBus-Linien darstellt. „Perspektivisch spannend“ fände Raabe zudem automatisierte Shuttle, die die Fahrgäste zu Mobilstationen bringen. Ohne Fördermittel sei das aber nicht zu stemmen. Voran geht es mit der Elektro-Mobilität. 40 Ladesäulen gibt es kreisweit. Auch die Städte und Gemeinden machen beim Thema Elektromobilität mit: Sieben Kommunen beteiligen sich am E-Dienstwagenpool der Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien (GfC).