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Firmenrundgang zum Auftakt: Michael Merten (l.) führte Oliver Wittke (r.) sowie die Abgeordneten Marc Henrichmann und Dietmar Panske, Bürgermeister Richard Borgmann, Arnold Arning vom Landgasthof Arning aus Nottuln, Fikri Basaran vom Café Extrablatt und Hubertus Geiping von der Bäckerei Geiping. Foto: Büro Marc Henrichmann

Unternehmer wünschen weniger Staus und Bürokratie

Staatssekretär Oliver Wittke in der Stuhlfabrik Schnieder in Lüdinghausen

Lüdinghausen. Fehlende Fachkräfte, lange Planungsverfahren und jede Menge Bürokratie: All dies beschäftigt die Unternehmen auch im Kreis Coesfeld. Viele konkrete Beispiele, wo hiesigen Firmen der Schuh drückt, nahm Oliver Wittke am Donnerstag (23. August) mit nach Berlin. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie besuchte auf seiner Münsterland-Tour auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann auch die Stuhlfabrik Schnieder in Lüdinghausen.

Dort traf er auf Unternehmer aus dem ganzen Kreis. Begleitet wurde er außer von Henrichmann auch vom heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Dietmar Panske, von Bürgermeister Richard Borgmann und von Bernhard Möllmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat.

Nachdem Michael Merten, einer der drei Geschäftsführer, die Gäste durch die Stuhlfabrik geführt hatte, ging es in eine rege Diskussion. Ganz oben auf der Themenliste stand die Suche nach Fachkräften, die Unternehmer wie der Billerbecker Dietmar Dirks im Ausland zu finden hoffen. Arbeitsvisa bei den deutschen Botschaften zu beschaffen, dauere aber ein Jahr oder länger. Schneller klappt es mit den gewünschten Einstellungen aus Wittkes Sicht mit einem Zuwanderungsgesetz. „Wir müssen aber auch mit denen klarkommen, die schon hier sind“, plädierte er dafür, möglichst viele Flüchtlinge in Arbeit zu bekommen.

Etwas falsch läuft aus Sicht von Malermeister Markus Massmann, wenn der Weg von Lüdinghausen nach Seppenrade länger dauert als nach Münster. „Wir brauchen die Umgehungsstraße, es geht nichts mehr“, erklärte Bürgermeister Borgmann. Wittke empfahl, ans Landesverkehrsministerium heranzutreten, um die Straße wieder in die Prioritätenliste aufzunehmen – von dort hatte die rot-grüne Vorgängerregierung sie gestrichen. Über diesen Weg gelange das Projekt dann in den Bundesverkehrswegeplan. „Geld ist da, viele Haushaltsmittel für den Infrastrukturausbau werden gar nicht abgerufen“, so der Parlamentarische Staatssekretär. Für die Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen rechnete er im Herbst mit dem Startschuss für einen Ausbau, „dass hier die Züge in einer anderen Taktung fahren können“.

Genervt fühlen sich die Unternehmer durch unterschiedliche Umsatzsteuersätze und Dokumentationspflichten. Am Bürokratieabbau sei das CDU-geführte Wirtschaftsministerium aber dran, versicherte Wittke. „Ein eigenes Referat befasst sich damit, insbesondere mit den Berichtspflichten, von denen wir kleine und mittlere Unternehmen befreien möchten“, erklärte er. Ein weiterer Ansatz: Bei jeder neuen Regelung, die eingeführt werde, solle eine andere gestrichen werden.