Teures Zeugnis beim Ritt über die Grenze

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Mit fünf weiteren CDU-Abgeordneten setzt sich Marc Henrichmann für die gleiche Behandlung deutscher und niederländischer Reiter ein. Foto: Teamfoto Marquardt

Teures Zeugnis beim Ritt über die Grenze

MdB Henrichmann schreibt an niederländischen Botschafter

Kreis Coesfeld / Kreis Steinfurt. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, gerade zwischen Deutschland und den Niederlanden, ist eigentlich selbstverständlich. Für den Reitsport und den Pferdetourismus gilt das allerdings nur eingeschränkt. Sechs CDU-Bundestagsabgeordnete, darunter Marc Henrichmann aus dem Wahlkreis Coesfeld / Steinfurt II, haben sich deshalb jetzt an den niederländischen Botschafter in Berlin gewandt. In einem Brief sprechen sie die Praxis des Nachbarn an, für Pferde aus Deutschland ein Gesundheitszeugnis des Tierarztes zu verlangen.

Bis zu 200 Euro kostet so ein Zeugnis. Maximal 48 Stunden vor dem Grenzübertritt muss es ausgestellt werden, zehn Tage ist es gültig. Wer ohne das Dokument in die Niederlande reitet, riskiert 500 Euro Strafe – so soll es schon einigen Pferdehaltern ergangen sein. Der viersprachige Equidenpass mit allen Merkmalen und Impfungen des Pferdes reicht den niederländischen Behörden nicht.

Umgekehrt verzichten deutsche Behörden darauf, dass auch für niederländische Sport- und Freizeitpferde ein Gesundheitszeugnis vorgelegt wird“, erläutert Henrichmann. Zwar sehe die EU ein solches Zeugnis beim Grenzübertritt vor, doch die Tierseuchen-Schutzverordnung erlaube Ausnahmen. Voraussetzung: „Die niederländischen Pferde werden für weniger als 24 Stunden auf deutsches Staatsgebiet verbracht“, erklärt der Parlamentarier.

Henrichmann und seine fünf Mitstreiter, die ebenfalls aus grenznahen Wahlkreisen stammen, wünschen sich eine so unkomplizierte und unbürokratische Regelung auch für deutsche Pferdefreunde. „Zwischen den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Luxemburg ist diese Erleichterung längst üblich“, betont der heimische CDU-Abgeordnete. Diese Länder hätten zwischenstaatliche Verträge geschlossen. Für eine solche Regelung wollen die Bundestagsabgeordneten auch auf deutscher Seite werben.