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Standortfaktoren Glasfaser und Ärzteversorgung

MdB Marc Henrichmann tauscht sich mit Verwaltungsspitze aus

Billerbeck.Bei der Nachfragebündelung sind genügend Interessenten
zusammengekommen: Jetzt kann der flächendeckende Glasfaserausbau in Billerbeck
starten. Unter anderem darüber und über die Flüchtlingsfrage sprach der neue
Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann bei seinem Antrittsbesuch im Rathaus.

Auf eine mögliche Unterstützung durch den Bund, um an schnelles Internet zu kommen,
verzichtete die Stadt. „Die Förderbedingungen sind unbefriedigend“, begründete dies
Bürgermeisterin Marion Dirks. Denn Geld gebe es nur dort, wo die Übertragungsrate
niedriger als 50 MBit pro Sekunde sei. Ein Wert, der durch Vectoring oder Richtfunk vielerorts
bereits erreicht werde. „Wir brauchen aber echtes Glasfaser“, unterstrich sie und befand sich
damit auf einer Linie mit Henrichmann. „Die MBit-Vorgaben müssen weg. Glasfaser gehört in
jedes Haus“, unterstrich der CDU-Politiker.

Einig zeigten sie sich, dass Glasfaser ein wichtiger Standortfaktor sei – gerade im ländlichen
Raum. „Der Online-Einkauf oder die Telemedizin sind wichtige Anwendungen auch für ältere,
weniger mobile Menschen“, erklärte Henrichmann. Ebenso wichtig ist eine ausreichende
Ärzteversorgung. Die sei in Billerbeck noch gewährleistet, Engpässe seien aber absehbar,
stellte Marion Dirks fest. Umso mehr ärgerte sie sich darüber, dass sich die Kassenärztliche
Vereinigung gegen die Ansiedlung eines Mediziners gesperrt habe. „Dabei handelte es sich
um eine junge Familie, die hier bauen wollte, und die ich wieder wegschicken musste“,
bedauerte sie.

Gut funktioniert in Billerbeck die Integration der meisten der rund 235 Flüchtlinge.
Vergangenen Sommer habe die Stadt jedoch 50 Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive
zugewiesen bekommen. „Diese sind wenig integrationswillig und machen viel vom guten
Image kaputt“, erklärte die Bürgermeisterin. „Flüchtlinge mit Bleibeperspektive müssen bei
der Verteilung auf die Kommunen absoluten Vorrang genießen“, meinte deshalb auch
Henrichmann.

Einen Familiennachzug bei subsidiären Flüchtlingen sahen beide skeptisch. „Dafür fehlen
Wohnungen. In Gemeinschaftsunterkünften ist aber Integration nicht möglich“, betonte
Marion Dirks. Für Henrichmann komme in der Debatte zu kurz, dass vielen Kommunen die
Kapazitäten für die Unterbringung weiterer Menschen schlicht fehlten. Er sprach sich dafür
aus, Städte und Gemeinden finanziell besser auszustatten: „Kommunen brauchen
Gestaltungsspielräume“.

Foto:
billerbeck.jpg
Über Zukunftsthemen für Billerbeck tauschte sich der Bundestagsabgeordnete Marc
Henrichmann (3.v.l.) mit Bürgermeisterin Marion Dirks (2.v.r.) sowie Marion Lammers, Martin
Struffert, Rainer Hein und Gerhard Mollenhauer (v.l.) aus der Verwaltung aus. Foto: Büro
Marc Henrichmann