Spannender Hauptstadt-Betrieb auch in Corona-Zeiten

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Aus den Tagen vor der Kontaktsperre: Andra Schlingemann bei einer Diskussionsrunde mit anderen Praktikanten im Deutschen Bundestag. Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Spannender Hauptstadt-Betrieb auch in Corona-Zeiten

Praktikanten berichten über ihre Arbeit im Büro von Marc Henrichmann

Dülmen / Olfen. Hautnah erleben, wie Politik funktioniert: Das macht den Reiz eines Praktikums im Berliner Büro eines Bundestagsabgeordneten aus. Der CDU-Politiker Marc Henrichmann bietet immer wieder jungen Leuten aus seinem Wahlkreis die Chance dazu. Andra Schlingemann aus Dülmen und Marius Eckmann aus Olfen gewannen einen allerdings nicht ganz alltäglichen Eindruck des Hauptstadtbetriebs unter Corona-Einfluss.

Interview Bundestags-Praktikum in der Corona-Krise

Die 20-jährige Jurastudentin Andra absolvierte ein sechswöchiges Verwaltungspraktikum im Bundestagsbüro. Der 26-jährige Sonderpädagoge Marius nutzte die Zeit bis zum Referendariat, um zunächst in einer Schule in Tansania zu arbeiten. Anschließend reiste auch er nach Berlin. Dort begegneten die beiden zunächst einiger Polit-Prominenz: Sie trafen zum Beispiel Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus oder Staatsministerin Dorothee Bär.

Mit Corona fand das Praktikantenprogramm, das die Fraktion organisiert hatte, ein jähes Ende: „Schade“, fand Andra. „Aber die Gesundheit geht vor. Der Bundestag muss schließlich arbeitsfähig bleiben.“ Deshalb schalteten die beiden auf Homeoffice um. „Für die Arbeiten, die wir zuvor im Abgeordnetenbüro erledigt haben, ging das aber ohne Probleme“, erzählt Marius. Dazu gehörte es, Bürgeranfragen zu beantworten, für Reden zu recherchieren oder Material für Henrichmanns Newsletter zu sammeln.

Dennoch: Den Blick hinter die Kulissen, vor allem die Teilnahme an Arbeitsgruppen- und Ausschusssitzungen, vermissten sie. „Das war spannend“, betont Andra, ohne Näheres zu berichten: „Wir sind zur Verschwiegenheit verpflichtet“. Immerhin, so viel verrät Marius, habe ihn die Vielfalt der Themen überrascht, für die sich die Parlamentarier Zeit nehmen.

Ihm ging es vor allem darum zu sehen, „wie sich unser Bundestagsabgeordneter für die Interessen in seinem Wahlkreis einsetzt“. Als Jurastudentin findet Andra es wichtig, sich auch mit der Gesetzgebung zu beschäftigen. Besonders reizte es sie, dass ihre Arbeit in Berlin dank der juristischen Fragen engen Bezug zum Studium hatte: zum Beispiel, wenn sie sich mit der Strafbarkeit von Fake News in Zeiten wie der Corona-Krise oder mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe befasste.

Aus den Tagen vor der Kontaktsperre: Marius Eckmann bei einer Diskussionsrunde mit anderen Praktikanten im Deutschen Bundestag. Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Vor Corona standen für Andra Schlingemann (7.v.l.) und Marius Eckmann (5.v.r.) Begegnungen mit prominenten Politikern wie den CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus auf dem Programm. Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion