Progressiven Muslimen mehr Gehör verschaffen

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Wollen im Gespräch bleiben: Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann, Prof. Mouhanad Khorchide und Kader Selmi (v.l.), Integrationsbeauftragter der CDU im Kreis Coesfeld. Foto: Büro Marc Henrichmann

Progressiven Muslimen mehr Gehör verschaffen

MdB Henrichmann tauscht sich mit Prof. Khorchide aus

Kreis Coesfeld / Münster. „Vertrauensvolle Ansprechpartner auf Seiten des gemäßigten Islams“ wünscht sich die Politik, und zwar durchaus auch auf regionaler und kommunaler Ebene. Dies betonte jetzt Marc Henrichmann, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Coesfeld / Steinfurt II, im Gespräch mit Prof. Mouhanad Khorchide, Islamwissenschaftler und Religionspädagoge an der Uni Münster. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie sich progressive Muslime auch im Münsterland mehr Gehör verschaffen können.

Der CDU-Abgeordnete Henrichmann gehört dem Innenausschuss des Bundestags an und ist dort unter anderem für politische Bildung zuständig. Mit Kader Selmi nahm zudem der Integrationsbeauftragte der CDU im Kreis Coesfeld an dem Gespräch teil. Dabei räumte Prof. Khorchide ein, dass sich die Politik zwar mit Vertretern des Islams austausche. „Doch dabei konzentriert sie sich zu sehr auf die Eliten“, meinte er. Damit allerdings würde die Mehrheit der Muslime, die gemäßigt sei, nicht erreicht. „Wir brauchen einen neuen Anlauf, um progressive Muslime zusammenzubringen“, betonte der Islamwissenschaftler, der einen solchen Anlauf aktuell unternimmt. Mit seiner „Muslimischen Gemeinschaft NRW“, die sich derzeit in Gründung befindet, möchte er möglichst viele Moscheegemeinden erreichen und auch für die Politik ansprechbar sein.

Henrichmann, Prof. Khorchide und Selmi vereinbarten, den Austausch zu intensivieren und auf eine breite Basis zu stellen. Einig zeigten sie sich auch darin, dass es nicht reiche, nur die „Hardliner“ zu kritisieren. „Wir dürfen nicht nur gegen etwas sein, sondern müssen ein positives Islambild schaffen“, so der Professor für Islamische Religionspädagogik. Sein Anliegen: Er möchte eine „Botschaft der Barmherzigkeit“ vermitteln.