Mathestunde mit Abgeordnetem

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Mathestunde mit Abgeordnetem: Marc Henrichmann diskutierte mit den Münsterlandschülern über eine geplante Gesetzesänderung zu DNA-Analysen. Foto: Büro Marc Henrichmann

Mathestunde mit Abgeordnetem

Münsterlandschüler diskutieren mit Henrichmann über DNA-Analyse

Havixbeck. In Strafverfahren soll die DNA-Analyse auf äußerliche Merkmale wie Haar-, Augen- und Hautfarbe sowie das Alter ausgeweitet werden. So hat es die Große Koalition in Berlin vereinbart. Elftklässler der Münsterlandschule Tilbeck haben aus dem Gesetzesvorhaben eine komplexe Matheaufgabe entwickelt, die sie jetzt dem heimischen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann vorrechneten.

Dafür, wie intensiv sich die Klasse mit dem Thema auseinandersetzt, zollte der CDU-Politiker Schülerinnen und Schülern sowie ihrem Lehrer Heinz Böer großen Respekt. Die Befürchtung der Klasse: Obwohl der DNA-Test mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtige Ergebnisse liefert, bestünde die Gefahr, dass eine Minderheit zu Unrecht unter Generalverdacht geraten könnte. Aktuell stimmten sich das Justiz- und das Innenministerium über die Gesetzespläne ab, berichtete Henrichmann vom Stand des Verfahrens. Noch in diesem Jahr sollen sich aber auch die Parlamentarier damit befassen. „In der Debatte werden alle Aspekte, auch Modellrechnungen wie die der Matheklasse, mit berücksichtigt“, versicherte er.

Die Bundesregierung möchte der Polizei eine weitere Möglichkeit an die Hand geben, um Verbrechen aufzuklären und für Sicherheit zu sorgen. „Technisch ist schon viel möglich“, erklärte der CDU-Abgeordnete. Molekulargenetiker könnten beispielsweise vom Speichel am Tatort auf einen Mann schließen, der zum Beispiel zu 98 Prozent weiße Haut und zu 95 Prozent dunkelbraune Augen habe. „Beweismittel sind aber immer zu hinterfragen“, betonte er. Das Rechtssystem stelle sicher, dass zum Beispiel eine erweiterte DNA-Analyse allein nicht für eine Verurteilung reiche. „Sie ist nur ein Baustein, wie er in den Niederlanden und Österreich schon erfolgreich genutzt wird.“

Die Schülerinnen und Schüler gingen in ihrer Rechnung von einer Stadt mit 10.000 Einwohnern aus, darunter 200 mit dunkler Hautfarbe. Genau diese kleine Minderheit könnte trotz geringer Fehlerquote eines DNA-Tests, der auf einen dunkelhäutigen Täter hinweise, überproportional unter falschen Verdacht geraten, rechnete Finn van de Pol an der Tafel vor. „Damit werden dann Vorurteile bedient“, erklärten die Elftklässler. Diese Sorge konnte Henrichmann nachvollziehen, auch wenn „Behörden sehr verantwortungsbewusst mit Ermittlungsergebnissen umgehen“ – gerade um Hetzern nicht in die Hände zu spielen.