Lebenswertes Leben auch mit einer Behinderung

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Eltern von Kindern mit Behinderung brauchen Unterstützung, betonte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann im Gespräch mit dem Lokalen Teilhabekreis. Foto: Büro Marc Henrichmann

Lebenswertes Leben auch mit einer Behinderung

Abgeordneter Henrichmann diskutiert mit Teilhabekreis über Bluttests

Nottuln. Sollen Krankenkassen die Kosten für einen Bluttest für Schwangere übernehmen, mit dem sich vor der Geburt ein Down-Syndrom erkennen lässt? Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann ist skeptisch: „Wir sehen, was die Medizin kann. Wir sollten uns aber auch fragen: Wollen wir das? Und was macht das mit uns als Gesellschaft?“ Der Schritt zu „Designer-Babys“ sei nicht mehr weit, befürchtete der CDU-Politiker im Gespräch mit dem Lokalen Teilhabekreis Nottuln.

Im Haus Markus, einem Wohnheim des Stiftes Tilbeck, diskutierte er mit Menschen mit und ohne Behinderung. Sie engagieren sich unter anderem in der Kampagne „#12:21“ der Lebenshilfe dagegen, den Test als Kassenleistung anzubieten. Die Sorgen sind groß: „Dieser Test verändert unsere Gesellschaft in den Grundfesten“, warnte Eva-Maria Suttrup, selbst Mutter einer jungen Frau mit Down-Syndrom. Hätte es diesen Test schon früher gegeben, „wären wir gar nicht da“, meinte eine Bewohnerin des Hauses Markus in dem sehr emotionalen Gespräch.

Die Debatte trage dazu bei, für das Thema zu sensibilisieren, hoffte Henrichmann. „Auch mit einer Behinderung können Menschen ein lebenswertes Leben führen und eine Bereicherung für die Gesellschaft sein“, unterstrich er. Gute Beispiele liefert der Teilhabekreis selbst. Er beteiligt sich beim Stiftslauf oder an Müllsammelaktionen und engagiert sich lokalpolitisch. Einig zeigt sich der Abgeordnete mit dem Teilhabekreis darin, dass Familien mit behinderten Kindern unterstützt werden müssen: „Wir dürfen die Eltern nicht allein lassen“.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat beschlossen, dass der nichtinvasive Test „in begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung“ eingesetzt werden kann. Bevor dafür die Krankenkassen aufkommen, müsse allerdings noch eine Versicherteninformation entwickelt und vom Bundesausschuss genehmigt werden. Der Beschluss dazu werde voraussichtlich bis Ende 2020 gefasst werden, teilt der Ausschuss mit. Voraussetzung sei zudem, dass das Bundesgesundheitsministerium die Beschlüsse nicht beanstandet.