Landwirte wollen Tierwohl statt Stillstand

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Über die Auswirkungen der TA Luft diskutierte Marc Henrichmann (3.v.l.) mit Birgit und Theo Schulze Wierling (4.v.r.) sowie Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, CDU-Fraktionschef Marco Lennertz, Ratsherr Thomas Schulze Temming, Raphael van der Poel, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, Rainer Stegemann von der Landwirtschaftskammer NRW und Theo Schulze Wierling jr. (v.l.). Foto: Büro Marc Henrichmann

Landwirte wollen Tierwohl statt Stillstand

MdB Henrichmann diskutiert über Vorschrift zur Luftreinhaltung

Billerbeck. Die sprichwörtlich gute Landluft soll sauber bleiben: In diesem Ziel sind sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann und die Landwirte in der Region einig. Aktuell diskutierte Vorschriften zur Luftreinhaltung sehen die Bauern allerdings kritisch, denn diese könnten dem Tierschutz entgegen stehen. Diese Befürchtung äußerten sie bei einem Gespräch auf dem Hof Schulze Wierling in der Bauernschaft Temming.

Wir brauchen unsere heimischen, bäuerlichen Betriebe mit ihren hohen Standards“, zeigte sich der CDU-Politiker überzeugt. Stattdessen Fleisch aus dem Ausland zu importieren, ist für ihn die deutlich schlechtere Alternative. Henrichmann sicherte zu, die Anliegen der Landwirte nach Berlin an die zuständigen Umwelt- und Landwirtschaftspolitiker heranzutragen.

Den heimischen Bauern geht es vor allem um die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft, kurz: TA Luft. Die aktuelle Verwaltungsvorschrift stammt aus dem Jahr 2002 und wird derzeit überarbeitet. Gerade bei Schweinehaltern sorgt dies für Sorgenfalten. Denn vorgesehen ist, dass größere Betriebe auch bestehende Ställe mit Anlagen zur Abluftreinigung nachrüsten sollen. Luftige Außenklimaställe oder der Anbau von Ausläufen wären dann nicht mehr genehmigungsfähig, Investitionen würden wohl zurückgestellt. „Stillstand statt Tierwohl“, befürchtete Theo Schulze Wierling.

Zudem bedeuteten die Anlagen für die Betriebe eine sehr hohe und unwirtschaftliche Investition, während ihr Effekt auf den Gesamtausstoß an Stickstoff letztlich nur gering sei, führten die Landwirte in dem Gespräch an. Brüssel sehe dies offenbar ähnlich: „Laut EU ist die Abluftreinigung nicht der Stand der Technik“, betonte Rainer Stegemann, Berater bei der Landwirtschaftskammer NRW. Auch für Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, gibt es andere und bessere Wege, Emissionen zu senken. Dazu gehörten für ihn eine nährstoffreduzierte Fütterung der Tiere oder eine schnellere Einarbeitung der aufgebrachten Gülle.