Kulturerbe Blaudruck: Große Ehre für eine seltene Kunst

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Elke Schlüter hatte eine Arbeitsprobe mitgebracht und berichtete dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann mehr über die alte, nun ausgezeichnete Technik.

Kulturerbe Blaudruck: Große Ehre für eine seltene Kunst

Elke Schlüter beim Festakt in Berlin / MdB Marc Henrichmann gratuliert

Lüdinghausen / Berlin. Ihre Kunst hat Seltenheitswert: Elke Schlüter aus Lüdinghausen gehört zu den letzten Blaudruckern in Mitteleuropa. In NRW ist sie die einzige, die diese alte Technik noch beherrscht. Nun hat ihr Handwerk besondere Anerkennung erfahren: Die UNESCO erkannte Blaudruck als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit an. Zum Festakt reiste Elke Schlüter nach Berlin, wo ihr auch der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann gratulierte.

Der CDU-Politiker war stolz darauf, dass eine Werkstatt aus seinem Wahlkreis zu den neun Betrieben aus Deutschland gehört, die an der UNESCO-Nominierung beteiligt waren. Zum Treffen im Paul-Löbe-Haus, direkt am Reichstag, hatte Elke Schlüter ein Blaudruck-Tuch als Beispiel für ihre Arbeit mitgebracht. Und natürlich berichtete sie Näheres über diese alte Technik, mit der sie seit 40 Jahren Stoffe mit Mustern bedruckt. Holländische Seeleute brachten sie im 16. Jahrhundert mitsamt dem Farbstoff Indigo aus Indien nach Europa. Indigo verwendet Elke Schlüter noch heute, daneben aber auch einen chemischen Farbstoff. „Der ist absolut koch- und lichtecht“, berichtete sie.

Außer Deutschland wirkten Österreich, Tschechien, die Slowakei und Ungarn an der erfolgreichen Nominierung mit. „Es ist sehr positiv, dass über sprachliche und nationale Grenzen hinweg Traditionen gemeinsam gepflegt und geschützt werden“, betonte Henrichmann.