Klimaschutz ohne erhobenen Zeigefinger

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Noch viel vor hat Billerbeck in Sachen Umweltschutz. Über erfolgreiche und geplante Projekte sprach Kämmerin Marin Lammers mit dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Foto: Marc Henrichmann

Klimaschutz ohne erhobenen Zeigefinger

Henrichmann informiert sich über Plastik-Verzicht und neue Projekte

Billerbeck. 6,4 Millionen Tonnen Plastikabfälle vermüllen laut UN-Umweltprogramm Jahr für Jahr die Meere: So lautete kürzlich am „Welttag der Ozeane“ die alarmierende Meldung. Hierzulande gerät die dünne Plastiktüte für Obst und Gemüse aus dem Supermarkt immer mehr in Verruf. Billerbeck hat schon vor vier Jahren gehandelt und sich die „plastiktütenfreie Stadt“ auf die Fahnen geschrieben. Über die Erfahrungen und neue Pläne informierte sich der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann bei Kämmerin Marion Lammers.

Das Thema ist brandaktuell – und ein Dauerbrenner. Vor 40 Jahren kam der Slogan „Jute statt Plastik“ auf. „Und eine CDU-Dokumentation, wie Europa grenzübergreifend seine Umwelt schützen kann, wurde vor 30 Jahren veröffentlicht“, erinnerte Henrichmann. Gerade jetzt sei angesichts der Klimadebatte die Chance groß, Menschen von einem umweltbewussten Handeln zu überzeugen. „Dazu müssen wir Anreize setzen, Verbote allein helfen nicht weiter“, betonte er. Nur eine saubere, sicherere und sozial ausgewogene Energiewende werde ein Erfolgsmodell auch für andere Länder.

Anreize setzte Billerbeck bereits eine ganze Menge: „Ohne erhobenen Zeigefinger“, wie Marion Lammers betont, gelang es, 7.000 sogenannte Stadttüten aus recycelten Plastikflaschen unter die Bürger zu bringen. Das Ziel, mindestens 30 Prozent der Plastiktüten zu vermeiden, wurde deutlich übertroffen: „Nach nur einem Jahr waren es schon 61 Prozent“, berichtete sie. Und auch heute noch seien die Stadttüten, von denen mittlerweile eine Neuauflage erschienen ist, im Stadtbild präsent.

Billerbeck beließ es nicht bei der einen erfolgreichen Aktion, sondern blieb am Drücker. Als erste Kommune bundesweit platzierte die Stadt eine Medikamentenbox, in der alte Arzneien entsorgt werden können. 2016 wurde die Kommune als Fairtrade-Stadt zertifiziert. Zudem ist Billerbeck erste Kommune im Kreis Coesfeld, die mit dem Naturschutzzentrum des Kreises ein Patenschaftsprojekt durchführt. Ziel ist, die Artenvielfalt an den Wegrändern zu fördern.

Und die Kämmerin konnte von weiteren Projektideen in der Pipeline berichten. Erste Entwürfe gebe es für ein LEADER-Projekt „blühende Straßenränder“ und für den Einsatz wiederverwertbarer Kaffeebecher. Auch über Wasserspender für Schulen und das Rathaus werden demnächst die Ausschüsse und der Rat beraten.