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Über die Fertigung von Fahrradträgern bei der Varia informierte sich Marc Henrichmann (3.v.r.). Thomas Kronenfeld, Robert Schedding und Martin Arning (v.r.) führten ihn durch die Werkshallen. Foto: Büro Marc Henrichmann

Integrieren und sich im Wettbewerb behaupten

MdB Henrichmann sammelt Eindrücke in den Werkshallen der Varia

Havixbeck / Münster. Seit zehn Jahren nimmt das Inklusionsunternehmen VARIA eine nicht immer einfache Doppelrolle ein: Einerseits bietet es Menschen mit Behinderung eine berufliche Perspektive, andererseits muss es sich dem Wettbewerb stellen und wirtschaftlich arbeiten. Wie das gelingt und welche Erwartungen das Tilbecker Unternehmen an die Politik hat, darüber informierte sich der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann beim Besuch der Betriebsstätte in Münster.

Für den CDU-Politiker ziehen das Stift Tilbeck, VARIA GmbH und seine Partei an einem Strang: „Die Union hat sich das klare Ziel gesetzt, die vielen kleinen und großen Barrieren im Alltag der Menschen mit Behinderungen abzubauen“, erklärte er und verwies besonders auf das Bundesteilhabegesetz. Dieses stärke die Selbstbestimmung der Menschen mit einem Handicap.

In den Produktionshallen sammelte Henrichmann viele Eindrücke vom Betriebsablauf. Begleitet wurde er dabei von Thomas Kronenfeld, Geschäftsführer der Stift Tilbeck GmbH, Robert Schedding, Geschäftsbereichsleiter Arbeit & Beschäftigung, sowie Martin Arning, Betriebsleiter der VARIA in Münster. In drei Hallen montieren und verpacken 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 15 Menschen „mit Vermittlungshemmnissen“, wie es heißt, hochwertige Fahrradgepäckträgersysteme. Unterstützt werden sie dabei von 20 Beschäftigten aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.

Darüber hinaus führt die VARIA unter anderem das Café im Stift Tilbeck, unterhält eine Kaffeerösterei mit Standorten in Tilbeck und in Dülmen und bietet einen Gartenservice an. „Mit 80 Mitarbeitern erwirtschaften wir einen Umsatz von zwei Millionen Euro“, berichtete Kronenfeld. Gewinne müsse die gemeinnützige Gesellschaft zwar nicht erwirtschaften, aber die „schwarze Null“ solle schon stehen.

Ideen, wie sie noch attraktiver für Auftraggeber werden, hatten die VARIA-Vertreter einige. Beispielsweise regten sie an, dass Firmen Aufträge an Integrationsunternehmen auf ihre Ausgleichsabgabe angerechnet werden. Die Abgabe wird fällig, wenn Betriebe eine vorgeschriebene Anzahl an Stellen nicht mit schwerbehinderten Menschen besetzen. „Wer mit Integrationsunternehmen zusammenarbeitet, sorgt ebenfalls für berufliche Integration“, würde Kronenfeld ein solches Vorgehen begrüßen.