„Geduld mit der Fleischbranche ist vorbei“

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Marc Henrichmann (CDU), direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Coesfeld / Steinfurt II

Geduld mit der Fleischbranche ist vorbei“

Henrichmann unterstützt weitgehendes Verbot von Werkverträgen

Kreis Coesfeld / Kreis Steinfurt. Als unumgänglich bewertet Marc Henrichmann die weitgehende Abschaffung von Werkverträgen in der Fleischindustrie. Diese sollen nach einem Beschluss des Bundeskabinetts ab kommendem Jahr verboten werden. „Mit freiwilligen Selbstverpflichtungen hat die Branche die Chance gehabt, für bessere Arbeits- und Unterbringungsbedingungen ihrer Werksarbeiter zu sorgen“, stellt der Bundestagsabgeordnete fest. Diese Chance sei nicht genutzt worden. „Dem Gesetzgeber bleibt gar nichts anderes übrig, als zum schärfsten Schwert eines Verbots zu greifen“, betont der CDU-Politiker. „Unsere Geduld mit der Fleischbranche ist vorbei.“

Henrichmann legt besonders Wert darauf, dass diese Regelung nur Unternehmen treffen soll, deren Kerngeschäft das Schlachten und die Fleischverarbeitung ist. „Betriebe des Fleischerhandwerks können gesondert betrachtet werden“, unterstreicht der Parlamentarier. Dies sei eine gute Nachricht für viele kleinere Unternehmen im Münsterland.

Ich bin gespannt auf den Gesetzesentwurf, den Arbeitsminister Heil nun vorlegen wird“, erklärt Henrichmann. Dieser müsse die Missstände beseitigen und rechtssicher sein. Henrichmann wird den Entwurf auch dahingehend prüfen, ob das Problem der Unterkünfte gelöst ist. Dies vorausgesetzt, werde er bei seinen Kolleginnen und Kollegen in der CDU-/CSU-Fraktion für Zustimmung werben, kündigte er an.

Die von der Bundesregierung beschlossenen stärkeren Kontrollen der Betriebe begrüßt der Abgeordnete ebenfalls. „Die Häufung von Corona-Infektionen in Schlachthöfen, nicht nur in Coesfeld, hat gezeigt, dass wir scharfe Überprüfungen brauchen“, so der CDU-Politiker. Dringend notwendig sei es, die Arbeitszeit digital zu erfassen und Verstöße noch strenger zu ahnden. „Auch dies wird entscheidend zu besseren und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen beitragen“, erklärt er.

Deutlich weist Henrichmann Vorwürfe seitens der Grünen zurück, die Bundesregierung schiebe die Diskussion über die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen auf die lange Bank. „So etwas ausgerechnet an dem Tag zu behaupten, für den das Bundeskabinett bekanntermaßen umfangreiche Beschlüsse angekündigt hat, ist schon kurios“, findet er. Im Gegenteil handele die Politik jetzt äußerst entschlossen und konsequent.