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Mit aktuellem Material für die Bildungsecke der Bundeszentrale für politische Bildung besuchte der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann die VHS in Dülmen mit ihrer Esther Joy Dohmen. Foto: Büro Henrichmann

Fundierte Fakten statt schneller Schlagzeilen

Abgeordneter und VHS-Leiterin wollen Debattenkultur neu beleben

Dülmen. Der Ton ist rauer geworden in vielen Debatten während der Corona-Pandemie. Diese Erfahrung muss der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann immer wieder machen, nicht nur im Parlament. Doch, und das überraschte den CDU-Politiker bei einem Besuch der Volkshochschule Dülmen – Haltern – Havixbeck: „Auch wir sehen uns immer mehr mit einem fordernden Tonfall konfrontiert“. Dies berichtete die VHS-Leiterin Esther Joy Dohmen. Sie möchte deshalb Bürgerinnen und Bürger mit neuen kommunikativen Wegen wieder miteinander ins Gespräch bringen. Konzepte dafür sind in Vorbereitung.

Henrichmann, stellvertretendes Mitglied im Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung, hatte bei seinem Besuch aktuelle Zeitschriften und Bücher für die Bildungsecke der Stiftung mitgebracht. Politische Bildung sei aktuell notwendiger denn je – aber auch schwieriger als vor Corona. Darin zeigten sich die Volkshochschul-Leiterin und der Abgeordnete einig. „Die schnelle Schlagzeile ist wichtiger als die fundierte Information“, bedauerte Henrichmann.

Esther Joy Dohmen wünschte sich deshalb mehr Nachdenklichkeit und eine Gesprächskultur, die über die 160 Zeichen in sozialen Medien hinausgeht. Der Verkürzung möchte sie etwas entgegensetzen. „VHS hat die Aufgabe, Räume für Diskurse zu schaffen“, erklärte sie. In Corona-Zeiten werden die Räume, in denen Menschen miteinander reden, zwar ins Internet verlegt. „Aber auch hier können Gespräche mit Bedacht und Respekt füreinander geführt werden.“

Eine Debattenkultur, in der wir auch andere Perspektiven einnehmen, haben wir verlernt“, befürchtete sie. Was aber sowohl die VHS-Leiterin als auch den Parlamentarier optimistisch stimmt: „Die jungen Leute sind politisch sehr interessiert“, so Henrichmann. Entscheidend sei, dass niemand eine „große Lösung“ für ein Problem erwarten dürfe. „Es geht immer um Ausgleich und Kompromiss“, betonte er. Der Bundestagsabgeordnete besucht regelmäßig Schulen, um die Abläufe in der großen wie kleinen Politik zu erklären. Für ihn ist das eine Form „aufsuchender politischer Bildung“, um auch diejenigen zu erreichen, „die nie im Leben eine politische Veranstaltung besuchen würden“.

Ein kurzes Video mit meinem Gespräch mit Frau Dohmen finden Sie auf YouTube.